Breisach Aktuell

Die Urzeiten der Breisacher Geschichte

Christoph Dufner mit seiner Geige und den Festgästen. Foto: BA

Uwe Fahrer ist seit 25 Jahren verantwortlicher Archivar und Museumsleiter

Er ist einer der Besten. Mit seinem Wissen ist Uwe Fahrer der beste Breisacher Reiseführer überhaupt , wenn es um die verborgenen Schätze der Vergangenheit geht.
Die reichhaltigen geschichtlichen Ereignisse haben Breisach über viele Jahrhunderte geprägt und die Bewohner auf Trab gehalten. Kein Verschnaufen, kein Aufatmen im geschichtlichen Ablauf, nein, einer Epoche folgte die andere. Die Geschichte hat der Stadt Breisach ihr Gesicht hinterlassen. Archivar und Museumsleiter Uwe Fahrer hat sich um diese geschichtliche Aufarbeitung verdient gemacht und  kann nach 25 Jahren Forschungsarbeit als Archivar nun dieser Stadt den Spiegel der Geschichte präsentieren und damit die Geschichtsbücher dieser Stadt auf den neuesten Stand um das Wissen der alten Vergangenheit bringen.  25 Jahre Stadtarchiv und 25 Jahre Museum für Stadtgeschichte, ein Doppeljubiläum, so Uwe Fahrer. Das würzte er mit der 100. Sonderausstellung „Schätze aus der Stadtgeschichte“. Diese Museumsausstellung läuft bis zum 25. November.
Alle waren sie gekommen, die Wegbegleiter und allen voran Bürgermeister Oliver Rein. Auch musische Umrahmung gab es. Christoph Dufner spielte auf einer 150 Jahre alten Geige. Und das Ensemble Quergetaktet spielte mit Silke Mutschler und Ulrike Bös zur Feier des Tages auf. Geschichte bedeutet Identifikation und Verständigung. Die Vermittlung historischer Realität ist die beste Investition in die Zukunft. Das sagte Uwe Fahrer am Abend selbst, der einst als Starterpaket ein paar Kisten mit historischen Hinterlassenschaften aus verschiedenen Archiven der einzelnen Rathäuser übernommen hatte. Das war nicht viel, zumal alles vor dem 16. Jahrhundert durch kriegerische Ereignisse vernichtet war. So ging er als Archivar daran, weitere Identifikation mit Breisachs Geschichte zusammen zu tragen. Von Privat, von Auktionen, aus Nachlässen, von überall her, wo es möglich war. Keine einfache Aufgabe für den zuvor im Staatsarchiv beschäftigten Fahrer. Aber er nahm die Breisacher hauptamtliche Stelle ganz bewusst an und übernahm damit eine Vorreiterrolle im Breisgau. Weitsicht bei den damaligen Entscheidern, allen voran Ehrenbürger und damaliger Bürgermeister Alfred Vonarb. Fahrer machte es sich zur Hauptaufgabe, das Sammeln und Suchen von Dokumenten und die Bestände fachlich zu dokumentieren. Inzwischen verfügt die Stadt Breisach Dank Fahrer wieder über eine umfangreiche Sammlung. Umfangreich bedeutet nicht gleichzeitig umfassend. Der Blick zurück in die Jahrhunderte ist nicht einfach. Aber der Rückblick gestaltet sich eindrucksvoll, wenn das Museum für Stadtgeschichte im alten barocken Festungstor, dem Rheintor aufgesucht wird. 177.000 Besucher waren bislang in den 25 Jahren zu verzeichnen. Auch die Erläuterungstafeln rundum im Ortsetter von Breisach deuten darauf hin, dass die Zeiten des ruhigen Archivars mit „Ärmelschonern“ der Vergangenheit angehören und selbst schon Geschichte  schreiben. Mit dem Museum, einer exotischen städtischen Einrichtung, gibt es eine Stelle zum Erhalt historisch bedeutsamer Güter. So drückte sich Fahrer selbst aus.
Bürgermeister Oliver Rein würdigte Fahrer. „Wie sie Archiv und Museum leben, dafür bin ich ihnen und die gesamte Stadt Breisach unendlich dankbar. Sie haben uns viele Perlen zurückgegeben. Das Stadtarchiv bewahrt das Erbe unserer Stadt und ist wichtig für die Identität“. Auch Bürgermeister Richard Alvarez von der Partnerstadt Neuf-Brisach würdigte Fahrer und übergab mit Marcel Beisert alte Kriegsdokumente zur Auswertung. Helmut Kiefer vom Förderverein Stadtmuseum hatte ein Präsent. Dazu verriet er Fahrer, wo er die kleinen Diamantsplitter in Breisach als Kind in Hochstetten gefunden hatte. Sie stammen von einer ehemaligen Edelsteinschleiferei in der Rempartstraße, deren Abfälle in Hochstetten begraben sind. Den Abschluss machte Jan Merk vom Museumsverband Baden-Württemberg. Er fand nur lobende Worte für die dynamische Kulturinstallation des Museums unter Leitung von Uwe Fahrer.

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