Markgräfler Bürgerblatt

Die Frostnächte und ihre bösen Folgen

Patrick Rapp, MdL CDU, informierte sich vor Ort über das Ausmaß des Schadens

Wann ist der richtige Zeitpunkt für aktive Hilfe für die Landwirtschaft?

Freiburg. Ob die Frostnächte Ende April, die den Pflanzen deshalb so schwer zugesetzt haben, weil es vorher über längere Zeit mild und warm gewesen ist und die Vegetation daher weit fortgeschritten war, Ergebnis des Klimawandels oder „nur“ eine Wetter-Deviation ist, ist erstmal unwichtig. Sicher richtig ist, was die Grünen-Landtagsabgeordnete Bärbl Mielich konstatierte: die Nachtfröste haben in der Landwirtschaft eine Katastrophe angerichtet und nun steht vor allem die Politik vor der Frage, wie man den Betroffenen helfen kann.

Betroffen sind neben dem Weinbau auch Kulturen wie Frühkartoffeln, Beeren, Gemüse; Schäden von 70 Prozent und mehr sind festgestellt worden. Das Problem bei der Hilfe für die betroffenen Betriebe ist, dass man heute kaum exakt beziffern kann, wie hoch die Ernteausfälle sein werden. Peter Wohlfarth, Geschäftsführer des Badischen Weinbauverband e.V., spricht davon, dass viele Betriebe in Baden geradezu existenzgefährdet seien. Dem stimmt der Präsident des badischen landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV) zu und fordert die Politik auf, den Landwirten steuerfreie Risikorücklagen zu ermöglichen – eine Forderung, die der Verband schon länger erhoben habe.

Bad Bellingens Bürgermeister Dr. Christoph Hoffmann, FDP-Bundestagskandidat, schlägt sich auf die Seite Räpples: man könne nicht mit der Hilfe warten, bis im Herbst das gesamte Ausmaß der Katastrophe feststehe. Er fordert “jetzt der Landwirtschaft helfen“ und meint damit, den geschädigten Betrieben die Aussetzung von Steuervorauszahlungen zu gewähren; Vorauszahlungen für Gewinne, die sowieso wegen der geringen Ernte nicht einträten, zögen unnötig Liquidität aus den Betrieben. Doch ohne ausreichende Liquidität kein Überleben.

„Kurzfristige Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität“ kann sich auch CDU-MdL Dr. Patrick Rapp vorstellen, sieht aber Unterstützung vor allem dann gefordert, wenn die „Ernteausfälle kommen“ und „konkret bezifferbar“ seien.

Den Bund in die Pflicht nehmen wollen die CDU-MdB Matern von Marschall und Armin Schuster. Die Arbeitsgruppe Ernährung und Landwirtschaft der CDU/CSU-Bundestagsfraktion stehe dem positiv gegenüber, allerdings, so deren Vorsitzender, Alois Gerig, sei es angesichts von früher gewährten Finanzhilfen an die Bauern von 580 Mio. Euro schwierig, weitere Mittel bis zum Ende der Legislaturperiode locker zu machen.

Und die Landwirte selbst? Die müssen nun versuchen, mit den Trieben, die die Fröste überlebt haben, weiterzuarbeiten und aus ihnen das Beste zu machen. Doch: Die Eisheiligen stehen noch bevor…(paw)

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