Markgräfler Bürgerblatt

Der steinige Weg zum Unterzentrum

Martin Löffler, Heitersheims Bürgermeister, möchte seine Gemeinde zum Unterzentrum machen. Foto: spk

Gemeinde-Heraufstufung

Heitersheim/Neuenburg. Kaum jemand wusste bis vor kurzem, welche Arten von „Zentren“ es gibt: Bis Heitersheim und Neuenburg sich ins Gehege kamen – beide Gemeinden wollen „Unterzentrum“ werden.
Grundlage für eine solche Einstufung ist die Rolle, die eine Kommune für ihr Umland spielt. Es gibt dabei Orte ohne zentralörtliche Funktion, Kleinzentren (derzeit Neuenburg und Heitersheim), Unterzentren (Verflechtungsraum ab 10.000 Einwohner), Mittelzentren (Bad-Krozingen und Müllheim) sowie Oberzentren wie Freiburg, Lörrach und Offenburg.
Die Einstufung wirkt sich in der Regionalplanung aus: Ein Unterzentrum soll stärker verdichtet bebauen, ihm wird ein großflächiger Einzelhandel (über 800 m²) zugestanden. Gemeindegröße und Einwohnerzahl sind keine Kriterien, wichtig ist der „Einzugsbereich“. So hat Heitersheim zwar nur 6000 Einwohner, mit 13.500 Einwohner (Sulzbachtal, Griesheim, Betberg und Seefelden) aber einen deutlich größeren Verflechtungsraum. Dieser Verflechtungsraum wurde – wie auch im Fall von Neuenburg – durch ein Gutachten ermittelt und bestätigt.
Genaue Vorgaben über die Dichte von Unterzentren auf einer bestimmten Fläche oder Region gibt es nicht. Fakt ist, dass nördlich von Freiburg mehr Unterzentren als südlich zu finden sind. Die „Erhebung“ einer Gemeinde zu einem Unterzentrum nimmt der Regionalverband (RVSO) mit Wirkungsbeschluss des Regionalplanes vor, Genehmigungsbehörde ist das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur (MVI) in Stuttgart. Das – so sieht man es in Neuenburg – wolle die Zähringerstadt nicht heraufstufen, weil, so mutmaßt man im dortigen Rathaus, Heitersheim ebenfalls Ansprüche auf eine Heraufstufung angemeldet habe. Das hat aber dort bisher nicht zur Aufstufung geführt.
Martin Löffler, Bürgermeister der Malteserstadt, sieht aber gute Gründe für die Erhebung seiner Kommune zum Unterzentrum: „Heitersheim erfüllt bereits fast alle Kriterien, die für ein Unterzentrum Voraussetzung sind. Teilweise liegen wir mit unseren Zahlen deutlich über Orten, die bereits als Unterzentrum eingestuft sind. Wir sind außerdem an der Landesentwicklungsachse gelegen und haben einen durch Gutachten nachgewiesenen Verflechtungsraum von 13.500 Einwohnern. Die künftige Einstufung als Unterzentrum ist daraus die regionalplanerisch logische Konsequenz. Wir werden nun sehen, wie sich der Regionalverband zu der ablehnenden Stellungnahme des grün geführten MVI stellt. Die Begründung der Ablehnung aller Aufstufungsanträge ist jedenfalls dünn und scheint eher politisch motiviert zu sein.“
Wie es aussieht, wird es noch eine Weile dauern bis hier eine endgültige Entscheidung gefallen ist.

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