Markgräfler Bürgerblatt

Der Fachmann für den falschen Ton

Martin Böhme, Ihringen

Falsche Töne sind für Martin Böhme kein Problem. Der 26Jährige ist Metallblasinstrumentenmachermeister und repariert Hörner, Trompeten, Posaunen, Tuben, Saxofone, Klarinetten und Querflöten. Instrumente, die nach langer Nutzung eine Grundüberholung brauchen, sind seine Basiskundschaft.

Warum Instrumente überholt werden müssen, erklärt er so: “Die Spieler putzen sich nicht die Zähne vorm Einsatz – da bleibt dann schon mal was hängen im Horn.“ Die klassische Therapie für angeschlagene Tonkörper sieht bei Martin Böhme so aus: Ultraschallreinigungsbad, Auseinandernehmen, aufs Tausendstel genau nachschleifen, wieder Zusammensetzen und „kosmetische“ Hochglanzlackierung zum Abschluss. „Aus einem platten Ding wieder ein klangvolles Instrument zu machen, das ist pure Kleinarbeit, bei der jedes Detail wichtig ist.“

Angefangen hat das mit der Musik mit der Blockflöte in der Grundschule. Da Martin Böhme aber „immer schon Saxofon spielen“ wollte, schnupperte er mit zehn Jahren in den Breisacher Stadtmusikverein und war total begeistert von dem Hornisten. Der Verein stellte ihm ein Instrument, und schon nach kurzem bekam er Einzelunterricht bei Christoph Scherzinger, Leiter der Jugendmusikschule.

Der Umgang mit Klanggeräten ließ nicht los. In der 10. Klasse trat er ein Praktikum bei Musik Gillhaus in Freiburg an und die Arbeit mit Instrumenten dort macht ihm Riesenspaß. „Ich will das machen!“, sagte er und schreibt eine Ausbildungsbewerbung an den Weltmarktführer im Waldhornbau, Gebr. Alexander in Mainz. Nach einem Tag Probearbeit am Blech und trotz 60 Mitbewerbern bekommt er die Zusage, verlässt 2007 mit knapp 17 Jahren das Martin Schongauer Gymnasium in Breisach, zieht um nach Mainz und macht dort drei Jahre Ausbildung zum Metallblasinstrumentenmacher. Weiter geht die Ausbildung beim Spezialisten für historischen Instrumentenbau Egger in Basel, wo Instrumente aus Renaissance und Barock exakt nachgebaut werden, auf denen auch das Freiburger Barockorchester spielt. Nach zwei Jahren antiker Erfahrung zieht es den Kaiserstühler in den Frankfurter Raum, wo er 2012 seinen Meister macht.

Zurück in Ihringen übernimmt er 2015 einen Nebenjob bei einem Spirituosengroßhandel und sucht nach einem Raum für eine eigene Werkstatt. Über die Mithilfe einer Freundin schafft er den Einstieg auf acht m² in einem Keller in Oberbergen, wo er Instrumente aus dem Freundeskreis repariert und erstmals selbst zwei Trompeten baut. Schon bald wird es dort zu eng für ihn und seine „Patienten“ – 2016 findet er größere Räumlichkeiten in Ihringen.

Die Kundschaft für Reparaturen und Neubau sind Musikvereine und Hobbymusiker, für die er bisher schon circa 300 Instrumente „saniert“ und 15 selbstgebaut hat. (ulb)

Tag der offenen Tür
am 27. Januar, 10 bis 15 Uhr mit Kaffee und Kuchen!
Klangwerkstatt Martin Böhme, Gewerbestraße 1a, 79241 Ihringen
Kontakt: 0176 30345205 oder martin@klangwerkstatt-boehme.de
Facebook: www.facebook.com/WerkstattBoehme
Öffnungszeiten: Dienstag & Donnerstag 16-18 Uhr
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