Breisach Aktuell

DEHOGA-Neujahrsempfang in Denzlingen

v.l.: Die Dehoga-Kreisvorsitzenden Christoph Glück (Freiburg-Stadt), Peter Ehrhardt (Freiburg-Land), Marcus Ciesiolka (Müllheim), Michael Erfurth (Hochschwarzwald) und Ralf Gut (Emmendingen) sowie der Dehoga-Landesvorsitzende Fritz Engelhardt. Foto: Holger Schindler

 

Für flexibleres Arbeitszeitgesetz und faire Mehrwertsteuer-Regelung

DENZLINGEN. Die Bundestagswahl im Herbst warf ihre Schatten voraus beim diesjährigen Neujahrsempfang des Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA für die Region Freiburg.
Etwa 150 Vertreter der Branche und des öffentlichen Lebens, darunter auch die Bundestagsabgeordneten Peter Weiß und Matern von Marschall (beide CDU) sowie die Landtagsabgeordneten Patrick Rapp (CDU), Reinhold Pix und Alexander Schoch (beide Grüne), konnte Peter Ehrhardt (stv. Vorsitzender des DEHOGA Schwarzwald-Bodensee) im Kultur- und Bürgerhaus Denzlingen begrüßen.. Der eigens aus Stuttgart angereiste DEHOGA-Landesvorsitzende Fritz Engelhardt attackierte dort mit Verve und deutlichen Worten die derzeitige Wirtschafts- und Sozialpolitik, welche die Wirte mit übertriebenen Regulierungen zu strangulieren drohe.
„Herr, schmeiß Hirn ra!“ so sein Fazit zu den Plänen von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD), einen Rechtsanspruch auf befristete Teilzeit einzuführen. Vor allem aber kritisierte Engelhardt das gegenwärtige Arbeitszeitgesetz mit seiner starren Obergrenze von maximal zehn Stunden für die tägliche Arbeitszeit. „ Zu unserer Branche hat das noch nie gepasst, denn im Gastgewerbe geben die Gäste den Takt vor“, so der DEHOGA-Vorsitzende, der allerdings deutlich machte, dass es dem Verband nicht um eine Verlängerung, sondern um eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten gehe.
In der Praxis sei das Gesetz nämliche manchmal kaum einzuhalten, denn „in der Dienstleistungsbranche Gastgewerbe geben die Gäste den Takt vor“, so Engelhardt. Um nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen, reduzierten immer mehr Gastronomen deshalb ihre Öffnungszeiten oder führten zusätzliche Ruhetage ein – zum Nachteil der Gäste und des Tourismuslandes Baden-Württemberg. Auch arbeitswillige Arbeitnehmer würden damit gegängelt. „Wir wollen die Umstellung von einer Tages- auf eine auf eine Wochen-Höchstarbeitszeit, so wie es die EU-Arbeitszeitrichtlinie vorsieht – wir brauchen mehr Flexibilität“, so Engelhardt.
Außerdem rief der DEHOGA-Vorsitzende dazu auf, endlich eine einfache und gerechte Regelung zur Mehrwertsteuer im Gastgewerbe einzuführen. „Was wir brauchen, ist ein einheitlicher, reduzierter Mehrwertsteuersatz für alle Lebensmittelbranchen. Sieben Prozent für alle – das wäre ein gutes Konzept“, so der DEHOGA-Chef.
Rückendeckung erhielt er dabei vom Adler-Wirt Peter Ehrhardt aus Breisach. Als Vertreter für Freiburg-Land appellierte Ehrhardt ebenfalls an die Politik, seinen Kollegen und ihm das Leben nicht zu schwer zu machen. „Immerhin sind wir nicht nur ein wichtiger Arbeitgeber, sondern auch ein Sympathieträger und positiver Imagefaktor für die ganze Region“, so Erhardt.

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