Markgräfler Bürgerblatt

Das Sterben geht weiter!

Situation der Gastronomie in Bad Krozingen

Bad Krozingen. Mit Erschrecken und Bestürzung mussten die SPD-Gemeinderäte wie auch alle anderen Mitglieder des Gemeinderates und alle BürgerInnen von Bad Krozingen zur Kenntnis nehmen, dass der beliebte Traditionsgasthof „Landgasthaus Adler“ in Oberkrozingen vor dem Aus steht.

In der letzten Sitzung des Gemeinderates wurde eine Bauvoranfrage behandelt, die die Umwandlung des Hotel- und Gastronomiebetriebs in ein reines Wohngebäude inklusive Umbau und Erweiterung vorsieht.

Die SPD-Fraktion im Gemeinderat hat bereits letztes Jahr mit einem Antrag auf die Gastronomiesituation in Bad Krozingen hingewiesen. So wurde das Baugebiet Kurgarten ohne Gastronomie und Quartierstreff geplant und gebaut, Gewerbeflächen am Mozartplatz reihenweise in Büros umgewandelt.

In den vergangenen zehn Jahren sind acht Gasthäuser in Bad Krozingen verschwunden. Gleichzeitig wuchs die Stadt um rund 3.000 Einwohner bzw. etwa 20 Prozent. Aktuell gibt es in Bad Krozingen und seinen Teilorten nur noch 20 Gasthäuser.

Bad Krozingen wächst, die Einwohnerzahlen entwickeln sich rasant, der Sprung zur Großen Kreisstadt steht in einigen Jahren bevor. Bad Krozingen ist Kurort und Urlaubsziel.

Was aber passiert, wenn das Gastronomiesterben weiter geht? Gasthäuser dienen nicht nur der profanen Nahrungsaufnahme und dem Stillen von Durst oder Hunger. Der Besuch und die Möglichkeit sich bei Essen und Trinken zu treffen, hat ebenfalls einen wichtigen sozialen Hintergrund. Wer in Vereinen organisiert ist, weiß um die schwierige Situation in Bad Krozingen, Räumlichkeiten für Vereinsversammlungen zu finden.

In wenigen Jahren soll am Kirchplatz das neue Stadtzentrum von Bad Krozingen entstehen. Nicht ohne Grund wurde von der Bürgerwerkstatt und zuletzt auch noch einmal von der SPD-Fraktion im Gemeinderat gefordert, dass hier im Erdgeschoss an dieser zentralen Lage Gastronomie und ein Cafe einziehen müssen. Ein Gebäude soll direkt von der Stadt errichtet werden, um im Obergeschoss Raum für die Verwaltung zu schaffen.

Dadurch hat die Stadt es aber selbst in der Hand, ob im Erdgeschoss des städtischen Gebäudes ein „Ratsstüble“ oder ähnliche Gastronomie etabliert wird. Allerdings muss dies politisch gewollt sein und in der Planung bereits jetzt berücksichtigt, mögliche Pächter aktiv angesprochen und gesucht werden. Eine Kur- und Fremdenverkehrsgemeinde mit Anspruch an den Status einer großen Kreisstadt ohne vielschichtige und hochwertige Gastronomie ist aber undenkbar!

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