Breisach Aktuell

Das Leben unter dem Zeltdach

Anschnitt der Neujahrsbrezel durch Oliver Rein und Tilmann Güth. Bild: BA

Neujahrsempfang und Gemeindeversammlung der Martin-Bucer-Gemeinde

Ein mit Kreuz verzierter Fixpunkt auf der Spitze dieser architektonisch interessanten Dachform kündet von religiösem Leben der evangelischen Kirche in Breisach.
Alle Gratlinien des Daches laufen mit den mehrfach gegeneinander geneigten Dachflächen in diesem Fixpunkt zusammen und förderten darunter seit dem Jahr 1968 das kirchliche Leben in einer interessanten Umgebung. Was von außen jedoch nicht zu sehen ist, die Kirche ist sanierungsbedürftig. Sie ist in die Jahre gekommen und an den vier Auflagepunkten der mit Pilzen befallenen Holzkonstruktion entstanden auch Schäden in der Betonstruktur. Dies wurde nun zum Thema in der Gemeindeversammlung anlässlich des diesjährigen Neujahrsempfangs. Gerhard Schächtele unterhielt musikalisch auf dem neuen Prachtstück im Gemeindezentrum. Ein Flügel von Carl Mand, der einst Könige und Kaiser musikalisch beflügelte.

Nach dem gemeinsamen Tauferinnerungsgottesdienst ging es ins anliegende Gemeindezentrum zum Neujahrsempfang. Ein kurzer Rückblick über das lebendige Gemeindeleben, das derzeit intensiv von der Sanierung der Kirche geprägt wird. Gemeindediakon Oliver Münch berichtete über den Wechsel im Kirchengemeinderat. Im Juli 2016 waren Jörg Wiebeck und Elena Roos ausgeschieden und Niklas Royar und Sung Ja Jäger nachgerückt. Viele Konzerte und kulturelle Veranstaltungen prägten das Geschehen ebenso wie viele Fundraising Aktionen, die genauso wie Spenden als Einnahmen verbucht werden konnten. Dazu gab es einen Mitarbeiterdankabend. Pfarrerin Christiane Drape-Müller nannte als Visitationsziele: Die Kirchensanierung bis Ende 2018, die kommunikative Weiterentwicklung durch Nutzung des Kircheninnenraums und die Zusammenarbeit mit dem diakonischen Werk. Flüchtlinge, Ökumene, Senioren, Gottesdienste mit diakonischem Profil sowie Kamerun Brot für die Welt werden das Jahr 2017 prägen. Der katholische Pfarrer Werner Bauer und der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Martin Hau waren ebenso Gäste wie Bürgermeister Oliver Rein.
Der Kirchengemeinderatsvorsitzende Tilmann Güth leitete zur Gemeindeversammlung über. Der Vorsitzende des Bauausschusses der Kirchengemeinde, Wolfgang Mittl, berichtete über die weitere Entwicklung der Innenraumgestaltung unter dem Zeltdach. Vorgestellt wurden verschiedene Möglichkeiten der flexiblen Bestuhlung, eine Veränderung des Altarraums sowie gestalterische Veränderungen im Eingangsbereich der Kirche. Ehrgeiziges Ziel ist es und war es, die Kirchengemeinde auf diesem Weg mitzunehmen und am Entscheidungsprozess teilhaben zu lassen. Vor Beginn der Arbeiten im Herbst 2017 werden noch große finanzielle Anstrengungen zu bewältigen sein. Die evangelische Kirchengemeinde erhofft sich Spenden aus der Bevölkerung und von Gewerbetreibenden. Fensterpatenschaften und Kirchbauwein sind bereits dahingehende erfolgreiche Fundraisingaktionen. Der Kostenrahmen wurde Teil der Diskussion, die von Bernhard Beier-Spiegeler geleitet wurde. Die Kosten werden sich in dem Rahmen bewegen, dessen Richtschnur im Kontext mit der evangelischen Landeskirche erstellt wurde. Drape-Müller erinnerte daran, dass es sich um ein Generationenprojekt für die nächsten 50 Jahre handelt.

Oliver Rein brachte einen Blankoscheck mit. Vorausgesetzt, der Gemeinderat stimmt dem noch im Rahmen des neuen Haushaltsplans zu, gibt es 100.000 Euro aus dem Stadtsäckel für die Kirchensanierung. Auch Hau erinnerte an den ökumenischen Geist. Aus einer Veranstaltung am 25. März 2017 im Münster St. Stephan zugunsten des ebenfalls sanierungsbedürftigen Nordturms im Veranstaltungshaus werden die Hälfte der Einnnahmen weitergegeben zur Sanierung der evangelischen Kirche. Bei dem Benefizkonzert, bei dem es eine künstlerische Welturaufführung von Helmut Lutz geben wird und er damit in seiner Heimatstadt für sein Lebenswerk gewürdigt wird, setzt Maßstäbe. Der begnadete Künstler hat in seinem Leben selbst 34 Kirchen gestaltet. Auch bei der Martin-Bucer-Gemeinde hat er mitgestaltet und das neue Logo entworfen, das auch die 1000 Flaschen des Kirchbauweins ziert.

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