Markgräfler Bürgerblatt

„Causa Burger“ – Schwarzarbeit und ungelesene Dokumente

Gestern Hauptgeschäftsführer und Präsident der Handwerkskammer, heute personae non gratae. Paul Baier (l.) und Johannes Burger. Foto: paw

Freiburg. Nachdem vor Gericht die „Causa Burger“ ins Groteske abgeglitten war – ex-Kammer-Vizepräsident Werner Baas ließ allen Ernstes behaupten, er habe eine Höhergruppierung des Hauptgeschäftsführers (HGF) Johannes Burger zwar unterschrieben, das Schriftstück aber nie gelesen, schob die heutige Kammerführung nach, man habe seit 2010 das höhere Gehalt alljährlich bezahlt, aber offensichtlich habe nie jemand Haushalts- und  Stellenplan gelesen – obwohl jährlich darüber im Vorstand und in der Vollversammlung beraten und abgestimmt wurde. Als Erklärung für diese Merkwürdigkeit wurde dann in einem Zeitungsartikel die unrichtige Behauptung nachgeschoben, es lägen der heutigen Führung keinerlei schriftliche Unterlagen zu dem Vorgang vor.
Als wäre das noch nicht grotesk genug, bezichtigt nun Präsident a.D. Paul Baier seinen Nachfolger Johannes Ullrich, der Schwarzarbeit Vorschub geleistet zu haben. Konkret soll Ullrich – neben anderen Handwerksbetrieben auch – die Handwerksordnung verletzt und gegen das Gesetz zur Bekämpfung der Schwarzarbeit verstoßen haben , in dem er Trockenbauer als Subunternehmer im Bereich der Putz- und Dämmarbeiten eingesetzt habe, obgleich ein Meisterfachbetrieb aus dem Gewerk Gipser oder Stuckateur hätte eingesetzt werden müssen. Dies hatten zwei anonyme Anzeigen, die im Frühjahr bei Kammer und beim für Schwarzarbeit zuständigen Zoll eingegangen waren, behauptet. HGF Burger, damals für die Verfolgung solcher Anschuldigungen zuständig, ordnete Prüfung der Vorwürfe an und wurde plötzlich zunächst von der Verfolgung abgezogen und dann degradiert, wobei er die Zuständigkeit für solche Fälle verlor.
Ullrich räumt heute ein einzelnes Versehen ein und behauptet, dieser Fall von Schwarzarbeit sei ausgerechnet bei Arbeiten an Johannes Burgers Privathaus vorgekommen – inzwischen aber sei alles geklärt. Da dürfte Ullrich irren, denn neben den Baustellen, die die anonymen Anzeiger nannten, liegen ein knappes Dutzend Rechnungen, die diese Zeitung einsehen konnte, des nicht autorisierten Subunternehmers an Ullrich vor – und keine stammt von Arbeiten am Hause Burgers. Damit dürfte Präsident Ullrich einiges zu erklären haben – Gelegenheit bot die ordentliche Vollversammlung der Handwerkskammer.

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