Markgräfler Bürgerblatt

Causa Burger: Ein überraschendes Comeback

Foto: Burger

Freiburg. Wie es heißt, wird der ehemalige Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Freiburg am 14. November an seinen Arbeitsplatz zurückkehren. Zwar hatte dies niemand erwartet, heute jedoch stellen beide Seiten diesen Vorgang als völlig normal dar.
Burger hatte im Mai des Jahres vor dem Arbeitsgericht Freiburg in praktisch allen Klagepunkten gegen seinen Arbeitgeber recht bekommen – lediglich das Recht, ihm Funktion und Bezeichnung eines Hauptgeschäftsführers abzuerkennen sowie das Recht, ihm einen gleichwertigen anderen Aufgabenbereich zuzuteilen, waren auf der Habenseite der Handwerker gelandet. Hinter den Kulissen wurde nun wegen eines Aufhebungsvertrages verhandelt, was aber scheiterte: Knackpunkt war ein „Maulkorb“, so Burgers Anwalt Wolfgang Meier-Rudolph, den die Kammer Burger, strafbewehrt, verpassen wollte. Der verärgerte ex-Hauptgeschäftsführer verlangte gleich behandelt zu werden wie seine Vorgänger, die ebenfalls im Streit geschieden waren – aber ohne strafbewehrte Schweigeklausel.
Die neue Zusammenarbeit steht unter der Prämisse, dass Burger nun den Geschäftsbereich 2, berufliche Bildung, übernimmt. Den hatte bis vor kurzem Werner Gmeiner verantwortet, der unter nicht ganz durchsichtigen Umständen die Kammer verlassen hat. Diese Neuregelung sei, so die Kammer, dem Arbeitsgerichtsurteil gemäß: man habe Burger damit einen gleichwertigen Posten übertragen. Sein Anwalt sieht das anders: er fordert eine Begründung und den Nachweis der Gleichwertigkeit ein – etwas, was die Kammer bzw. deren Anwalt bis dato verweigert. Die Gleichwertigkeit, so Meier-Rudolph, sei allein deshalb sichtbar nicht gegeben, weil Burger damit in die Wirthstraße, in die Gewerbeakademie, „räumlich ausgelagert“ werde.
Weitere Friktionen dürften sich ergeben: Seine Mitgeschäftsführer, Wolfram Seitz-Schüle und Rainer Botsch, hatten sich im Prozess klar gegen Burger positioniert. Am 17. November findet die nächste Vollversammlung statt, eine Teilnahme kann man Burger als Geschäftsführer kaum verweigern. Seine Anhänger erwarten eine Abrechnung – herauskommen dürfte nur eine weitere bittere Auseinandersetzung, die keinem hilft. Das Klima wurde vorab schon dadurch belastet, dass dem ex-Hauptgeschäftsführer am 2. November der Dienstwagen entzogen wurde – den er am 14., dem voraussichtlichen Tag seines Arbeitsantritts – wieder bekommt: Deeskalation sieht anders aus. (MBB)

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