Markgräfler Bürgerblatt

Bürgermeisterwahlen im Markgräflerland

„Stell Dir vor es ist Wahl…“

Die neuen sind die alten Rathauschefs. Joachim Schuster, Neuenburg, Karl Eugen Engler, Badenweiler, und Dr. Christoph Hoffmann, Bad Bellingen. Fotos: BTT GmbH + privat

Die neuen sind die alten Rathauschefs. Joachim Schuster, Neuenburg, Karl Eugen Engler, Badenweiler, und Dr. Christoph Hoffmann, Bad Bellingen. Fotos: BTT GmbH + privat

Müllheim. 2015 ist im Markgräflerland zum Wahljahr geworden. Binnen 14 Tagen wurden in Bad Bellingen, Badenweiler und Neuenburg neue Rathauschefs gesucht. Und wenn auch die Umstände nicht überall gleich waren – so trat gegen den Amtsinhaber in Bad Bellingen erst gar kein Gegenkandidat an, so ist allen Wahlen eines gemein – der alte ist auch der neue Bürgermeister. So dürfte erst mit dem 3. Mai ein neues Gesicht in der Riege der Stadtschulzen auftauchen: in Eschbach wird ebenfalls gewählt, aber der langjährige Amtsinhaber, Harald Kraus, tritt dort nicht mehr an.
Altgediente Kämpen sind auch Joachim Schuster (Neuenburg) und Karl Eugen Engler (Badenweiler): beide absolvieren nun ihre vierte Amtszeit; Dr. Christoph Hoffmann (Bad Bellingen) ist mit seiner zweiten Amtszeit geradezu der Benjamin. War in der jüngeren Vergangenheit des öfteren das „Naturgesetz“ durchbrochen worden, wonach es schwierig sei, einen Amtsinhaber zu besiegen, so gilt es im Markgräflerland 2015 eindrucksvoll. Grund mag sein, dass die wiedergewählten in ihren Amtszeiten nicht nur keine schwerwiegenden Fehler gemacht haben, sondern auch vor schwierigen Entscheidungen stehen, angesichts deren der Wähler einfach nicht die handelnden Personen wechseln wollte. Engler muss mit dem Land  über die Bäderfrage verhandeln, Schuster die landesgartenschau erfolgreich über die Bühne bringen und Hoffmann den Kurbetrieb konsolidieren. Da ist es wenig hilfreich, Zeit für die Einarbeitung eines neuen Mannes, einer neuen Frau zu verlieren.
Apropos Frau: In Badenweiler und Neuenburg traten jeweils Frauen an und beide Male erreichten sie mit überzeugenden Stimmenzahlen den zweiten Platz. Und auch Alleinkandidat Dr. Hoffmann musste erstaunt registrieren, dass seine ehemalige Kurdirektorin – obwohl gar nicht angetreten – von nicht wenigen Bürgern als Rathauschefin gewünscht wurde. Daraus darf man nicht zuletzt schließen, dass „Frauenpower“ patriarchalischen Strukturen erfolgreich zusetzt, aber auch, dass Wahlen eben ohne Gegenkandidat keine echten Wahlen sind.
Erschreckend: bei allen drei Wahlen war die Beteiligung sehr niedrig – mit knapp 33 Prozent in Bad Bellingen am geringsten. Man sollte demokratische Einrichtungen nicht einfach mit Missachtung strafen – denn letztendlich sind es die Wähler selbst, die das Spottwort „Wenn Wahlen wirklich etwas verändern könnten, wären sie schon längst verboten“ ad absurdum führen können. Deshalb gilt für den 3. Mai in Eschbach: gehen Sie zu Wahl – nur wer wählt kann hinterher auch meckern! Und: es wird hier mit Sicherheit ein neues Gesicht im Rathaus geben… (MBB)

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