Markgräfler Bürgerblatt

Bürgermeisterwahl in Eschbach

Diesmal muss die Entscheidung fallen

Markus Riesterer, Claudia Geisselbrecht, Mario Schlafke: kommenden Sonntag haben Eschbachs Bürger die gleiche Wahl wie vor 14 Tagen. Nur diesmal muss eine Entscheidung fallen. Fotos: privat

Markus Riesterer, Claudia Geisselbrecht, Mario Schlafke: kommenden Sonntag haben Eschbachs Bürger die gleiche Wahl wie vor 14 Tagen. Nur diesmal muss eine Entscheidung fallen. Fotos: privat

 
Eschbach. Die Bürger Eschbachs müssen noch mal an die Urne: Im ersten Wahlgang am 3. Mai konnte keiner der drei Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen auf sich vereinigen. Das war für viele keine so große Überraschung – Erstaunen löst vielmehr aus, wie die Stimmen verteilt waren.
Harald Kraus, langjähriger Bürgermeister des Ortes, hatte nach 32 Jahren im Amt auf eine erneute Kandidatur verzichtet – es würde also sicher ein neues Gesicht den Ort repräsentieren. Zwei der drei Kandidaten waren gut bekannt – einmal Markus Riesterer, der Geschäftsführer des nahegelegenen Gewerbeparks Breisgau, und Claudia Geisselbrecht, zweite Bürgermeisterstellvertreterin, Ratsmitglied und jüngst mit dem zweitbesten Stimmenergebnis aller Kandidaten in das Gremium gewählt. Oft in Eschbach, aber eigentlich in Ravensburg zuhause ist Mario Schlafke, unter diesem Blickwinkel sozusagen der „Außenseiter“ unter den drei Amtsaspiranten. „Alles gute Kandidaten“, so lautete einhellig das Urteil und dies ist vielleicht auch die Erklärung, warum die Wahl erstmal keine klare Entscheidung brachte.
Alle drei sind kommunalpolitisch wie verwaltungstechnisch vorbelastet, können also praktisch sofort in die Verwaltungsarbeit einsteigen, so dass hier keine Unterschiede in den Grundvoraussetzungen zu sehen sind. Claudia Geisselbrecht, dritte mit knapp 26 Prozent, hat vielleicht das Pech, dass es derzeit eine in vielen Abstimmungen zu beobachtende Tendenz beim Wähler gibt, am liebsten jemand im Rathaus zu sehen, der von außen kommt und damit einen anderen Blickwinkel mitbringt, so auch nicht zu sehr mit örtlichen Institutionen verbandelt ist. Für Eschbach brachte diese Haltung ihr Gemeinderatskollege Heiko Schrauber (SPD) auch am Wahlabend zum Ausdruck: Seiner Meinung nach belege die Reihenfolge der Kandidaten, dass die Eschbacher Bürger jemand von außen als neuen Rathauschef wollten.
Stimmenbester im 1. Wahlgang war Markus Riesterer, mit knapp 38 Prozent Etappensieger. Er kommt zwar aus Horben und damit eigentlich von außen, ist aber in Eschbach durch seine Funktion als Geschäftsführer des Gewerbeparks Breisgau – an dem Eschbach beteiligt ist – wohlbekannt.
Eigentlich erfüllt nur Mario Schlafke – mit ausgezeichneten knapp 35 Prozent Zweiter im 1. Wahlgang – als aus Ravensburg stammender Kandidat den Blickwinkel von außen vollumfänglich. Er ist nicht nur deshalb optimistisch für den 2. Wahlgang. Das überraschend gute Ergebnis gebe ihm Rückenwind und lasse ihn „positiv“ dem kommenden Wahlsonntag entgegenblicken.
Auch am kommenden Sonntag sind die drei Kandidaten wieder unter sich – kein neuer Bewerber hat – wie es die Gemeindeordnung zuließe – für den zweiten Wahlgang seinen Hut in den Ring geworfen. Am 17. Mai ist das Gewinnen dann auch etwas einfacher: dann reicht die einfache Mehrheit, um als Sieger ins Eschbacher Rathaus einzuziehen. „Der Wähler“, erläutert Claudia Geisselbrecht ihren Entschluss, als Dritte doch noch einmal anzutreten, „will einen Wechsel.“ Sie stünde sowohl für den Wechsel wie auch für Kontinuität. Doch ein Wechsel wird, so oder so, ja ohnehin kommen: nach Harald Kraus‘ Abgang muss ja ein(e) Neue(r) in den Bürgermeisterstuhl.
Einfach wird es nicht werden, aber vielleicht ist eine neue Kraft im Rathaus auch ein guter Ansatz, die anstehenden Probleme – von der Frage der Verkehrssicherheit über die Stärkung des Ehrenamtes und der Vereine bis hin zur Umgestaltung der Ortsmitte – zu bewältigen. Hier und auf anderen Gebieten gibt es Lösungsansätze, die – naturgemäß – nicht allen und jedem gefallen. Hier ausgleichend zu wirken und doch zum Wohle der Gemeinde das Ziel zu erreichen, das gehört zu den schwierigen Aufgaben, die der/die Neue im Rathaus zu bewältigen hat.
Einen echten Favoriten gibt es für den kommenden Sonntag nicht, das Rennen ist praktisch offen. Wer es nun auch immer werden wird: wichtig ist, dass möglichst viele Bürger zur Wahl gehen und so wenigstens die gute Wahlbeteiligung von gut 62 Prozent vom ersten Wahlgang wieder erreicht, ja, wenn möglich, sogar übertroffen wird. Denn eine rege Wahlbeteiligung stärkt das politische Gewicht des künftigen Bürgermeisters, wer es auch immer sein wird. (MBB)

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