Markgräfler Bürgerblatt

Bürgerentscheid Freiburg: Ein neues Stadion für den SC?

PRO:

„Wir wollen nichts geschenkt!“

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Für einen Neubau des SC-Stadions spricht vor allem die Existenzsicherung des Vereins: Wir wissen, dass wir am Standort an der Schwarzwaldstraße keine Zukunft haben. Das alte Stadion verstößt gegen zahlreiche Auflagen, bereits jetzt erhalten wir die Spielgenehmigung dort Jahr für Jahr nur noch unter Vorbehalt. Der endgültige Abpfiff mit dem Entzug der Lizenz ist nur eine Frage der Zeit. Ein umfassender Umbau des Schwarzwaldstadions hat keine Chance auf Genehmigung und wäre ökonomisch auch unsinnig, weil eine Erhöhung der Kapazität rechtlich ausgeschlossen ist. Dazu kommt: Auch an der schwierigen Verkehrssituation – gerade für die Besucher aus dem Umland – würde sich nichts ändern.
Wir bewegen uns schon jetzt in einem Wettbewerb, wo wir als eingetragener Verein schauen, dass wir uns schrittweise modernisieren, ohne unsere Tradition aufzugeben. Und wir wollen weiterhin unsere Wirtschaftskraft für die Region, den Werbewert für die Stadt und die Arbeitsplätze unserer 300 Mitarbeiter sichern. Damit wir auch für die Jugendarbeit, den Breitensport und als wichtiger Steuerzahler unseren sozialen Aufgaben nachkommen können – weit über den Profifußball hinaus.
Wir wollen kein „Luxus-Stadion“, sondern nur vergleichbare Rahmenbedingungen mit der Konkurrenz. Wir wollen auch nichts geschenkt, sondern stemmen den Stadionbau selbst. Ohne finanzielle Drahtseilakte, sondern seriös und verlässlich wie eh und je. Die städtischen Investitionen in die Infrastruktur werden dem gesamten Freiburger Westen zu Gute kommen – an 365 Tagen im Jahr.
Damit wir uns in Freiburg weiter entwickeln können, bitten wir auch die Bürgerinnen und Bürger des Umlands um Unterstützung.
Fritz Keller, Präsident des SC Freiburg

 

 

CONTRA

„Nein beim Bürgerentscheid!“

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Nach intensiver Diskussion hat sich der Vorstand des Bürgervereins Freiburg-Mooswald gegen dieses Großprojekt ausgesprochen. Ausschlaggebend sind für uns zum Beispiel Nachteile für den Stadtteil in Sachen Verkehr. Es ist klar, dass ein Stadion, das 11.000 Zuschauer mehr fassen soll als das bisherige, Nachteile für den Verkehrsfluss mitbringen wird, die nur in Teilen durch die bessere Infrastruktur (zum Beispiel mehr Parkplätze) aufgefangen werden können. Entscheidend jedoch ist für uns der finanzielle Aspekt. Die 38 Mio. Euro für die Infrastruktur, die die Stadt zu 100 Prozent zahlen soll, sind offensichtlich nicht vorhanden: Die Stadt plant aktuell eine Neuverschuldung von 14 Mio. Euro für die kommenden beiden Jahre. Und viele wichtige Vorhaben etwa bei der Sanierung und Erweiterung von Schulen müssen wieder auf irgendwann verschoben werden, genauso wie eine lange Forderung des Freiburger Westens, nämlich die Wiedereröffnung des Freibeckens im Westbad.
Zudem: Sollten die Kosten für die Infrastruktur teurer werden, zahlt dies ebenfalls zu 100 Prozent die Stadt. Was bislang weitgehend unbekannt ist: Es handelt sich nicht um eine Kostenberechnung, noch nicht mal um eine Schätzung, es ist schlichtweg eine Prognose. Gleiches gilt für die Zahl von 70 Mio. Euro für den Stadionbau (ohne Infrastruktur). Für über die Hälfte der Summe soll die Stadt bürgen und einspringen, wenn die erhofften VIPS aus der Schweiz den SC nicht sehen wollen und der SC mit seinen Einnahmen unter den Erwartungen bleibt.
Stadtrat Stefan Schillinger, Vorstandsmitglied des Bürgervereins Freiburg-Mooswald e.V.

 

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