Breisach Aktuell

Brodelnde Brägl-Arena

Zwei Tage närrische Höhepunkte beim Zunftabend

Mit dem Zunftabend stieg wieder einmal die Vorfreude auf die kommende Brysacher Fasent. Vergangenen Freitag und Samstag stand die Brägl-Arena ganz unter den Sternen von Spaß, Klamauk, tollen Tänzen und jeder Menge Angriffe auf die Lachmuskeln.
Der Einmarsch der Narrennester samt Zunftrat bildete den Auftakt des Abends. Zunftmeister Wilfried Meyer begrüßte das Publikum in der vollbesetzten Stadthalle. Ebenso hielt der Bürgermeister und Protektor der Brysacher Fasent an der herrlichen Tradition „begrüßt von Rein im Reim“ fest. Mit dem Ausmarsch der Narren übernahm Frank Hinterseh das Moderatorenzepter. „Atemberaubend“ – im wahrsten Sinne des Wortes – präsentierte sich die Zunftgarde der Kaiserhusaren mit einem rasanten Tanz. Mit Schwung, Charme und jeder Menge Ausdauer schwangen die Mädels um Kristina Aubin das Tanzbein in die Höh‘.
Viel Geschwätz – mit und ohne Worte
Zu einem politischen Rund-um-Schlag holte Zeremonienmeister Peter „Molli“ Ehrhardt aus. Mit seinem Weltbericht aus Narrensicht nahm er den VW-Skandal, „bei dem man in Wolfsburg in den Auspuff schaut“, das Sommermärchen und die FIFA sowie Angela Merkel genauestens auf’s Korn. Ohne Worte und doch jede Menge zu sagen hatte das Duo der Hochstetter Panduren um Eike Harnischmacher. Was dabei herauskommt, wenn zwei an einander vorbeischwätze, zeigten Guggli (Lilli Müller) und Spöttli (Jochen Seufert) von den Brysacher Hofnarre. So stechen die Hornisten statt Hornissen und auf die Rückseite des Briefes kommt eine Briefmarke, damit auch der Rückflug der Brieftaube bezahlt ist. Auch die Brisacher Rhischwätzer Corina Steible und Micky Gräbling als Maxi und Moritz mit Hubert Gräbling an der Gitarre holten in diesem Jahr gekonnt zum zweiten Streich aus. Sie verbrachten ein Jahr im Gündlinger Exil und besangen dies mit dem Welschkorneber-Blues. Auch nahmen sie das allgegenwärtige Parkplatzproblem durch die Invasion der 68er Kennzeichen auf die Schippe.
Snowgirls und Lederhosen
Mit herrlich frostigen Kostümen huschten die Snowgirls mit ihrem Schneemann über die Bühne. Einstudiert wurde der Tanz von Sabrina Mastrocola von der Abteilung Tanz und Bewegung des Schwimmsportvereins Breisach. Sie war auch für den Hüftschwung der zünftig-feschen Madel in Lederhosen des Narrennestes Algerio zuständig. Das Publikum dankte mit tosendem Applaus. In eisigem Blau eingehüllt, präsentierte sich die Gruppe Dance Art Fitness um Annika und Eva Okic. Als Eisköniginnen verzauberten sie mit leuchtenden Eiskugeln die närrischen Gäste. Die Truppe um Hans-Peter Schillinger hat die offiziellen Regeln des Boxkampfes “gar nicht mal so gut“ verstanden. Kurzerhand haben sie ihr eigenes Reglement erfunden und damit die Lachmuskeln der Zuschauer ungedeckt angegriffen. Die An- und Abmoderationen von Frank Hinterseh schossen wie Feuerwerke in den Saal. Ob Witze, Gesang, Reime, Blockflöte oder Mundharmonika – das Multitalent verstand es mit perfektioniertem Geschick das Publikum bei Laune zu halten. Turnakrobatik auf höchstem Niveau zeigten die Mädchen der Förderriege des TV Breisach. Seit vielen Jahren begeistert die Gruppe um Heike Scholz mit ihren Darbietungen. Hochsprünge, Salto, Flick-Flack und Rad scheinen, als machten sie keine Mühe. Jedoch weiß jeder, dass dahinter knallhartes Training steckt.
Themseliesel kommt nach Breisach
Die Brysacher Guggenmusik Schädel Fätzer heizte den Narren mit ihren flotten Songs ein, riss sie von den Stühlen, ließ diese klatschen und mitsingen. Mit Tusch und Schunkelrunden war die Stadtmusik stets parat, den Abend musikalisch mit zu gestalten. Als enthusiastische Neubürgerin aus der Großstadt wollte sich Gundula Schmalacker (Ramona Schmidt) im schmucken Dorf Breisach niederlassen. Die ausgebildete Singvogelpädagogin traf ausgerechnet auf einen bruddligen Hausmeister (Wilfried Meyer). Dieser war von der redseligen Dame alles andere als begeistert. Mit ironisch spitzfindigen Antworten versuchte er ihr den Umzug madig zu machen. Er erklärte die Stadtratssitzung zum Improvisationstheater und verglich das geschäftige Treiben auf dem Rathaus mit einem Passivhaus, das kaum Energie verbraucht. Dank Hedwig (Klaus Stadelbacher) erwartet Breisach hohen Besuch von der Themeliesel (Queen). Gemeinsam steht sie mit Fredericke (Peter Ehrhardt) an Hochstetter Brunnen und weiß immer die neuesten Geschichten aus dem Städtle. Ob das neue Kultur- und Bürgerhaus auf der Rheininsel oder ein geniales Verkehrskonzept, nichts entgeht der spitzen Zunge der beiden. Die Tratschwieber üs Gündlinge (Elke Isenburg und Gudrun Melcher) ließen auch in diesem Jahr kein gutes Wort an ihren Ehemännern. Sie gaben ihnen so manchen Hieb unter die Gürtellinie mit auf den Weg. Nach rund 10 Jahren „Chief“ der Garde tritt Kristina Aubin einen Schritt zurück und verabschiedet sich von ihrem Amt als Gardetrainerin. Ihre Mädels dankten ihr das mit einem kunterbunten Medley der vergangenen 10 Jahre. Auch die Zunfträte hoben das Wirken von Kristina Aubin hoch – war sie mit ihrer Garde immer ein Garant für gute Stimmung und flotte Unterhaltung. Außerhalb der Dächer von Breisach erreichte die Garde sogar den 1. Platz im Gardekontest in Wiesbaden.
Grande Finale
Zum großen Finale traten alle Akteure nochmals auf die Bühne und badeten im tosenden Applaus der Zuschauer. „Ich weiß nicht, wie die Akteure das nächstes Jahr übertreffen wollen?!“ – „Beste Unterhaltung am laufenden Band!“ – „Wundervoll“ – „Tolle Kostüme, grandiose Beiträge!“ hörte man noch lange aus allen Ecken der Stadthalle. Mit Musik der Party-Band Cocktail und Bewirtung in der Bar sowie an der Theke feierten die Narren noch bis in die frühen Morgen.

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