Breisach Aktuell

Breisacher Festspiel

Ein fulminanter Start in die Theatersaison des Jahres 2019

Breisach. So viel vorab: Mit dem Bühnenstück „Charleys Tante“ hat sich das Festspiel Theater wieder einmal selbst übertroffen. Die Festspiele der Freilichtbühne sind eindeutig ein weiterer Diamant in der 1650-jährigen Geschichte von Breisach. In diesem Jubiläumsjahr feiern auch die Festspiele ihr 95-jähriges Bestehen und das „Junge Theater“ ihr 40-jähriges.
Schon immer hat diese Bühne für unvergessene Momente gesorgt. Die Freilichtbühne in Breisach ist etwas ganz Besonderes und weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Sie gehört zu den fünf besten Amateurtheatern des Landes Baden-Württemberg.
Jedes Jahr wartet man voller Spannung darauf, was die Theatergruppe wieder auf die Beine stellt. Bisher wurde man nie enttäuscht. Die einmalige und immer wieder neu gestaltete Kulisse auf dem Münsterberg tut ein Übriges. Die Akteure sind ausschließlich Laiendarsteller, die zum großen Teil noch im Arbeitsprozess stehen. In ihrer Freizeit erarbeiten sie die Stücke der kommenden Saison. Unzählige Proben sind erforderlich, damit Breisach mit so einem kulturellen Angebot glänzen kann. Es ist eine eingeschworene Gemeinschaft die Freude daran hat, gemeinsam und mit vielen Ideen, etwas Neues entstehen zu lassen. Das begeisterte Publikum ist Ansporn genug, die Herausforderung anzunehmen, damit jedes Jahr eine perfekte Inszenierung gelingt.
Der Premierenabend war ein voller Erfolg, dass gesamte Publikum applaudierte stehend für diese grandiose Leistung und die gelungene Aufführung.
Die Studenten Freddy und Charley sind in „Charleys Tante“ an Babsi und Betsi interessiert und möchten sie in ihr Studentenappartement einladen. Die jungen, gut erzogen Damen willigen allerdings erst ein, als Charley beiläufig vom Besuch seiner Tante, einer millionenschweren südamerikanischen Tangosängerin berichtet. Da trifft es sich gut, dass Charlys Freund, der Schauspieler Micki gerade vorbeischaut. Um ein Gefühl für eine künftige Rolle zu bekommen, schlüpft er ausgerechnet in dem Moment in die Frauenkleider, als die beiden Damen eintreffen. So übernimmt er unfreiwillig, aber sehr überzeugend den Part als Charleys schrullige Tante und kann sich plötzlich vor heiratswilliges Verehren kaum retten.
Das Bühnenstück wird musikalisch unterstützt, die Musik schrieb Mihai Grigoriu. Dabei werden einzelne Solo-Partien von den Hauptdarstellern gesungen. Eine für sie ungewöhnliche und neue Herausforderung, die sie mit Bravour meistern. Man kann sich auf einen heitern Sommerabend einstellen, mit vielen witzigen, frechen und gut formulierten Wortspielen einstellen. Diesen Abend wird man sicher nicht so schnell vergessen.

95 Jahre Festspiele, das bedeutet gleichzeitig auch 40 Jahre „Junges Theater“, das diesmal die Zuschauer in den Urwald entführt: Das „Dschungelbuch“ steht auf dem Programm. Vor vielen Jahren stand es schon einmal mit großem Erfolg auf dem Programm. Heute sind die kleinen Darsteller in die Hauptrollen geschlüpft. Die wenigen Erwachsenen im Kindertheater bekleiden nur noch Nebenrollen. Seit Monaten wurde mit viel Eifer geprobt, damit die Premiere ein voller Erfolg wird.
Das Junge Theater der Festspiele entführt die kleinen und großen Zuschauer in den Dschungel zum Menschenkind Mowgli der von Wölfen großgezogen wird. Peter W. Hermanns führte Regie und Stephanie Breitenstein war für das Bühnenbild verantwortlich, ein seit vielen Jahren ein gut eingespieltes Team. Aus den „kleinen“ Darstellern werden Hauptdarsteller wie der Tiger Shirkan (Robin Schächtele), der als menschenfressender Tiger Angst und Furcht einflößt. In den weiteren Hauptrollen finden wir den aufdringlichen Schakal (Ronja Bürgin), den Bären Balu (Lion Ganz), das Menschenkind Mowgli (Arda Narci) und Mutter Wolf (Alina Bürgin) mit ihrem Wolfsrudel. Alle Darsteller überzeugen durch vollen Einsatz und sind mit viel Spaß bei der Sache. Die Aufführung war wieder einmal ein großartiges Vergnügen für Groß und Klein, das Publikum dankte mit nicht endendem Applaus für die großartige Bühnenleistung.

Vor 40 Jahren wurde dieses Kindertheater aus der Not geboren: Während die Eltern die neuen Abendstücke probten, wollten die Kinder auch eine Beschäftigung. So sieht man die Kinder von damals heute als Hauptdarsteller im Abendstück und eine Generation weiter sind die Nachkommen natürlich wieder Bühnendarsteller. Längst haben die Kinderstücke einen gleichberechtigten Stand bei den Festspielen. Beide Sparten der Festspiele sind heute einfach eine Institution. Die großartige Leistung beider Angebote ist nur durch Unterstützung vieler Gönner, Sponsoren und der Stadt Breisach möglich. Festspielvorstand Mirko Lambert bedankte sich dafür bei allen Beteiligten. (Fotos und Text: HL)

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