Markgräfler Bürgerblatt

Bogdemolli Narrenzunft Bad Bellingen e.V.

Ohne Zuber keine Zunft…

Bad Bellingen. Bad Bellingens Fasnachtsfigur ist eine Winzergestalt – verständlich, hat doch die Weinbaugemeinde Deutschlands erste Rebordnung hervorgebracht. Und „Weinbauzubehör“ spielt – wie auch „Kurörtliches“ eine Rolle bei der Namensgebung der Zunft…
Das Wort “Bogde” kommt vom Weinbau und bedeutet so viel wie Bottich oder Zuber. Der Bogde diente bei der Weinlese zum Sammeln der Trauben. Mehrere hundert Liter Fassungsvermögen hat solch ein Gefäß, das auch in verschiedenen Größen vom Küfer gebaut wurde. Solch ein Bogde wurde einst aber auch benutzt, um das Thermalwasser aufzufangen, das aus der ersten Quelle sprudelte, die am 28. November 1956 entdeckt wurde.
Die ersten “Badegäste” badeten sitzend in einem Bogde; von außen waren nur die Köpfe der vergnügten Badenden zu sehen. Weil im alemannischen Dialekt zum menschlichen Kopf auch “Molli” gesagt wird, war der Spitzname der Bellinger bald gefunden „Б Bogde-Molli“. In Anlehnung dieser Wortkreation nannte sich die 1977 gegründete Narrenzunft Bogdemolli.
Der “Bogdemolli” ist eine schlitzohrige Gestalt, leutselig und gemütlich, aber hellhörig. Über den Bogderand schauend, erkennt er die Schwächen seiner Mitmenschen und gibt sie an der Fasnet der Öffentlichkeit preis. Der Narrenruf “Bogde” – “Molli” ist während der Fasnacht desöfteren in den Straßen zu hören.
Die erste aus Lindenholz geschnitzte Maske fertigte Karl Schultis aus Haslach im Kinzigtal. Die Rebblätter auf dem Oberteil und als Traube geformte Glocken auf dem Ledergurt lassen den Bezug zur Rebe und zum Winzer erkennen.

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