Breisach Aktuell

Bewahrenswerte Perle der Baukunst

Bis 2018 sollen die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein.

Die Martin-Bucer-Kirche in Breisach ist in die Jahre gekommen und muss saniert werden.

Die Siegerin eines Architekturwettbewerbs repräsentiert den Stil der 60er Jahre und ist ein seltenes Baukunstwerk aus dieser Epoche. Ein in den Himmel ragendes Faltzeltdach ruht auf vier Pfeilern. Nach einigen Untersuchungen ist klar, die Kirche soll so erhalten bleiben, wie sie einst gebaut wurde. Jedoch ist der Sanierungsbedarf größer als zuerst angenommen. Zuerst war eine energetische Renovierung geplant. Nach den neuesten Erkenntnissen rückt diese jedoch in den Hintergrund. Aus diesem Grund veranstaltete der Kirchbauverein eine Auftaktveranstaltung zur Kirchensanierung. Das Ziel ist es, die Renovierung bis zum 50. Jubiläum der Kirche im Jahr 2018 abzuschließen. Die Renovierung soll in mehreren Bauabschnitten erfolgen. Der erste Bauabschnitt betrifft das Dachtragwerk und dessen Fundament. Hierzu erläuterte Wolfgang Mittl als Kirchengemeinderat und Vorsitzender des Bauausschusses den aktuellen Zustand sowie die geplante Vorgehensweise. Die Dachkonstruktion ist voll funktionsfähig und gesund. Allerdings gibt es im Bereich der Fundamentauflageflächen jeweils Schäden am Holztragwerk und an der Stahlkonstruktion. Der Fundamentzustand stellt sich aufgrund des dauerfeuchten Klimas an dieser Stelle nicht so gut dar. Die Betonqualität hat aufgrund einer Alkali-Kieselsäure-Reaktion stark gelitten und muss aufwendig saniert werden. Für die Gesamtmaßnahme werden gründliche Vorplanungen in Auftrag gegeben, um keine bösen Überraschungen mehr zu erleben. Mit der Grundlagenermittlung und Ausführung wird Architekt Thomas Harter aus Breisach beauftragt. Statik sowie die Analyse der Tragbauteile soll das Büro Mohnke-Höss übernehmen. Die gesamte Haustechnik wird von Michael Fischer vom Ingenieurbüro Fischer und Rickhoff aus Breisach überplant. Er stellte fest, dass die Luftheizung in der Kirche marode und fast durchgerostet sei. Die gesamte Lüftungsanlage sollte komplett erneuert werden. Im Sanitärbereich müssen Instandsetzungsarbeiten vorgenommen werden. Er bezifferte die Investitionskosten in diesem Bereich auf rund 180 000 Euro.

Freddo Dewaldt als Vorstand des Finanzausschusses stellte ein umfangreiches Förder-Konzept vor. Aktionen, an denen die Kirchengemeinde teilnimmt und die helfen sollen, die Kirchensanierung zu bezahlen, sind zum Beispiel das jährliche Kirchbergfest, die Bewirtung beim Töpfermarkt und viele andere kulturelle Veranstaltungen. Auch Patenschaften für Kirchenfenster können übernommen werden. Hier reichen die Spendenbeiträge von 200 Euro bis 500 Euro je nach Lage der Fenster. Aber auch ein Anteil von 5 Euro pro Fenster als Patenschaft wird voller Freude entgegengenommen. Bürgermeister Oliver Rein sicherte finanzielle Hilfe der Stadt zu. Die Renovierung der Kirche sei sehr wichtig, da die Kirche ein sehr seltenes Schmuckstück aus der Baukunst der sechziger Jahre sei und zum Breisacher Stadtbild dazugehört. Wenn alle an einem Strang ziehen, so Rein, werde dieses Vorhaben auch gelingen. Pastorin Christiane Drape-Müller, war überglücklich über die zugesagte Unterstützung von Seiten der Stadt Breisach. Solch eine Wertschätzung der Kirchengemeinde sei sehr wichtig. Auch lobte sie das Zusammenspiel von evangelischer und katholischer Gemeinde. Dies sei gelebte Ökumene. Martin Hau von der Seelsorgeeinheit Breisach-Merdingen gestaltet einen informativen Flyer, welcher demnächst in alle Haushalte verteilt werden soll.

 

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