Markgräfler Bürgerblatt

Besuch aus Uruguay auf den Spuren jüdischer Vorfahren

Kürzlich waren Dr. René Wolff-Tassano mit seiner Frau und seinem Sohn aus Uruguay zu Besuch in Müllheim. Betreut von Inge und Rolf Schuhbauer, die die Geschichte der Müllheimer und Badenweiler Juden erforscht haben, waren sie auf den Spuren ihrer Vorfahren. René Wolffs Vater Siegfried Wolff, 1918 geboren, war der beste Schüler der Realschule Müllheim, als ihm 1934 der Übergang an die Oberrealschule Freiburg wegen seiner jüdischen Herkunft verweigert wurde. Mit 16 Jahren wanderte er über die Schweiz und Italien nach Uruguay aus, wo er eine Familie gründete und 1985 starb. Tragischerweise gelang es nicht, seiner Mutter Rosa Wolff, einer angesehenen Damenschneiderin in Müllheim, die Ausreise zu ermöglichen. Sie wurde in Auschwitz ermordet. Ihre Schwester Ida Meier hatte nach dem Pogrom von 10. November 1938 Selbstmord begangen. Die Familie suchte die Orte ihres Wirkens und die Stolpersteine in der Badstraße auf. Beim Gang über den jüdischen Friedhof waren auch Bürgermeisterin Astrid Siemes-Knoblich und Kulturdezernent Jan Merk anwesend. Seit 1989 hält die Familie nach der ersten Einladung durch die Stadt den Kontakt, insbesondere zu Familie Schuhbauer, bei der auch die drei Töchter von Siegfried Wolff schon zu Gast waren. Auch für Santiago Wolff, den Enkel, ist der Besuch in Müllheim auf den Spuren seiner Vorfahren „von ganz großer Bedeutung“.

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