Markgräfler Bürgerblatt

Beste Geschäftslage seit Wiedervereinigung

Dr. Steffen Auer, Präsident der IHK Freiburg. Foto: paw

IHK Südlicher Oberrhein Konjunkturbericht:

Freiburg. Die IHK Südlicher Oberrhein hat erneut mehr als 1.000 Unternehmen um Auskunft über ihre derzeitige Geschäftslage und ihre Einschätzung der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung gebeten.

Die Wirtschaft am südlichen Oberrhein bleibt auf Kurs: „Zu keinem Zeitpunkt seit der Wiedervereinigung haben unsere Unternehmen ihre eigene Lage besser als heute bewertet“, erklärte IHK-Präsident Dr. Steffen Auer. Hauptgründe dafür macht er in der Industrie und Bauwirtschaft aus; in beiden Branchen herrscht ein sehr gutes Geschäftsklima. Stützpfeiler für die Binnenkonjunktur sieht der IHK-Präsident in den steigenden Reallöhnen sowie in den Investitionen des Staates. Auer: „Und auch das Ausland liefert Impulse.“

Trotz der sehr guten aktuellen Lage: Der Ausblick der Unternehmen bleibt wie schon zuletzt von Vorsicht geprägt. „Handelsschranken könnten für uns mittel- bis langfristig zum Problem werden“, blickt Auer in die Zukunft. Ein weiteres großes Problem: der Fachkräftemangel. „In der aktuellen Umfrage haben 60 Prozent der Unternehmen – und damit so viele wie nie zuvor – angegeben, dass der Fachkräftemangel für sie ein wirtschaftlicher Risikofaktor ist.“ „Inzwischen passiert es unseren Mitgliedern, dass sie auf eine Stellenausschreibung keine einzige Bewerbung erhalten“, berichtete Hauptgeschäftsführer Andreas Kempff. Gerade kleine Betriebe hätten nicht die Kapazitäten, um über Schulpartnerschaften oder Berufsinformationsmessen für sich zu werben. „Der Staat muss eine größere Rolle in der Akquise übernehmen“, mahnte der IHK-Präsident, gerade mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl im September. „Nicht nur Menschen, die verfolgt werden, müssen integriert werden, sondern auch Menschen, die unsere Volkswirtschaft voranbringen.“ Schon seit vielen Jahren würden sich die Industrie- und Handelskammern deshalb für ein Zuwanderungsgesetz aussprechen. Auer kritisierte in diesem Zusammenhang auch die Asylpolitik der Bundesregierung. Die Abschiebung von sehr gut integrierten Menschen bezeichnete er als „völlig absurd“.

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