Breisach Aktuell

Bau des Hochwasserrückhalteraumes „Kulturwehr Breisach“

Möhlinwehr mit Fischaufstiegsanlage. Foto: RPF

Hochwasser- und Naturschutz im Einklang

Freiburg/Breisach. Der Bau des Hochwasserrückhalteraums „Kulturwehr Breisach“ im Rahmen des Integrierten Rheinprogramms geht voran. Mit der Fertigstellung der drei neuen Einlassbauwerke mit Fischaufstiegen an den beiden nördlichen Bauwerken am Rhein sowie dem Fischaufstieg am Möhlinwehr ist nun die Verbindung des Rheins mit der Möhlin über die vernetzten Schluten realisiert. Wie das Regierungspräsidium (RP) Freiburg mitteilt, werden die Bauwerke zu Beginn des kommenden Jahres in Betrieb genommen. „Auf diesem Weg können wir den Hochwasserschutz am Rhein mit dem Naturschutz verbinden. Mit den neuen Fischaufstiegen fördern wir die Laich- und Nahrungswanderungen von Fischen und anderen Wasserlebewesen“, so Peter Gültner aus der Projektgruppe des RP.
„Durch die beiden Fischaufstiege an den nördlichen Einlassbauwerken werden zukünftig das ganze Jahr über jeweils 450 Liter Rheinwasser pro Sekunde durch den Rückhalteraum strömen. Dies entspricht ungefähr dem Inhalt von drei Badewannen pro Sekunde“, erklärt Gültner. Derzeit laufe die ökologische Nullaufnahme zur Erfassung ausgewählter Tier- und Pflanzenarten in dem zukünftigen Rückhalteraum, um den Zustand vor der Flutung des Rückhalteraumes zu dokumentieren. Gleichzeitig werde der Wehrverschluss am Möhlinwehr saniert. Gesteuert werden die Anlagen des Rückhalteraums künftig von einer Zentrale aus, die mit dem Betriebshof derzeit am ehemaligen „Ionosphäreninstitut“ Breisach eingerichtet wird.
Zum Jahreswechsel 2020 startet dann der Bau von weiteren Brunnen für die Grundwasserhaltungen in Hochstetten und Breisach. „Die Pumpversuche am jüngsten Testbrunnen in Hochstetten haben unsere Planung bestätigt und bilden eine sichere Basis für den Bau der weiteren 35 Brunnen“, so Projektleiter Sebastian Kober vom RP. Damit werde sichergestellt, dass künftig bei Hochwassereinsatz oder während der Ökologischen Flutungen keine negativen Auswirkungen durch den Betrieb des Rückhalteraumes entstehen. Die Bauzeit für die Brunnen betrage voraussichtlich zwei Jahre. Sie beginne in Hochstetten und werde in Breisach abgeschlossen werden.
Bereits im kommenden Jahr sollen die Wegebauarbeiten am Rhein abgeschlossen werden. So wird der Schleusenvorplatz am Kulturwehr Breisach ähnlich dem asphaltierten und gut angenommenen Leinpfad ausgebaut.
Da beim Betrieb des Rückhalteraumes durch das Anheben der Wasserspiegel am Kulturwehr Breisach auch Auswirkungen auf die Grundwasserstände auf französischem Hoheitsgebiet auftreten, sind dort ebenfalls Schutzmaßnahmen erforderlich. Diese werden von der französischen Wasserstraßenverwaltung durchgeführt. Erst nach deren Fertigstellung voraussichtlich 2022 ist die Betriebs- und Einsatzbereitschaft des Rückhalteraums für den Probebetrieb aller Anlagenteile gegeben. Um die zügige Fertigstellung der Schutzmaßnahmen in den Ortslagen Vogelgrün und Geiswasser zu unterstützen, finden enge terminliche und fachliche Abstimmungen mit den französischen Kollegen statt.

Das Integrierte Rheinprogramm (IRP) ist ein Konzept des Landes Baden-Württemberg, das auf ehemaligen Überflutungsflächen zwischen Basel und Mannheim insgesamt 13 Hochwasserrückhalteräume umfasst. Mit dem Bau des Hochwasserrückhalteraumes „Kulturwehr Breisach“ können nach Fertigstellung rund 9,3 Mio. Kubikmeter Hochwasser zurückgehalten werden und so zum Hochwasserschutz für die Rheinunterlieger beitragen.
Info: www.irp-bw.de

Teilen Sie jetzt diesen Beitrag! Unsere Sharing-Buttons stehen im Einklang mit dem deutschen Datenschutzrecht.

Das könnte Dich auch interessieren …