Markgräfler Bürgerblatt

Bad Krozingen und das Hotel im Park

Kinderglück am See im idyllischen neuen Kurparkteil von Bad Krozingen. Foto: Schlebach

Eine Momentaufnahme

Bad Krozingen. Ein österreichischer Hotelier würde gern in Bad Krozingen investieren. Seitlich hinter dem Kurhaus möchte er ein neues Hotel höherer oder höchster Kategorie mit Wellness und Kuranwendungen bauen und betreiben. Auf einem Areal, das derzeit mit einem älteren Minigolfplatz und einem kaum frequentierten Kinderspielplatz belegt ist. Der erhalten bliebe. Eigentümerin der fraglichen Fläche ist die Kur und Bäder GmbH Bad Krozingen.
Seit Bekanntwerden dieses möglichen Bauvorhabens schlagen in der Stadt die Wellen hoch. Zwei Bürgerinitiativen (BI) haben sich gebildet, Unterschriften werden nicht nur in Bad Krozingen gesammelt, rund 600 wurden schon von der BI „Kein Hotel im Kurpark“ an Bürgermeister Volker Kieber übergeben, über 2.000 sollen folgen.
Dennoch: in den letzten Tagen und Wochen waren vor Ort, laut „BI“ „in der schönsten Ecke des Kurparks“ oder „dem Herz des Kurparks“, nur vereinzelt spielende Kinder anzutreffen, obgleich der Nachwuchs sogar per Auto an Sandkasten und Rutsche gefahren werden könnte.
Wenige Schritte vom „Herz des Kurparks“ entfernt öffnet sich der neuentstandene „neue“ Kurpark mit alten Solitärbäumen, wuchtigen Rotbuchen, schattenspendenden Baumgruppen. Es ist ruhig hier; Radfahrer, Jogger und Spaziergänger, Mütter und Väter mit ihren Sprösslingen entdecken den neuen, sonnigen Spiel- und Minigolfplatz, der keine 1.000 Schritte vom alten Spielplatz entfernt liegt. Der Kiosk am großen, neuangelegten See ist vormittags wie auch abends gut besucht. Die steinernen Sonnenliegen sind belegt, Kinder spielen am flachen Wasser, Seilrollbahn, Klettergerüst, Rutsche, Sand, eine Pumpe zum Matschen: Was fasziniert Kinder mehr als Wasser?
Gegen einen Hotelneubau hat sich, obgleich anfangs dafür, nun der Vorsitzende des Verkehrsvereins und Hotelier, Wolfgang Kahle, geäußert. Nicht wegen des Standortes, nicht aus Konkurrenzdenken, sondern aus rein betriebswirtschaftlichen Aspekten. Die Vorstände des Gewerbeverbandes votierten hingegen pro Hotelneubau, sehen sie darin Multiplikatoren, von denen alle in Bad Krozingen profitieren werden.
Alt-Bürgermeister Ekkehart Meroth schweigt diplomatisch, verweist aber, wie der Gewerbeverband, auf die positiven Auswirkungen eines Neubaus. Rolf Rubsamen, Geschäftsführer der Kur und Bäder GmbH, ist überzeugt, dass die geplante Investition für die Weiterentwicklung der Kur- und Bäderstadt Bad Krozingen und für Erhalt und Aufstockung der hiesigen Arbeitsplätze notwendig ist. Mehrfach betonte er, dass auf die Stadt keinerlei Kosten zu kommen, sie kann im Gegenteil mit mehr Grund- und Gewerbesteuer rechnen. (rs).

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