Markgräfler Bürgerblatt

Archäologische Grabungen – Freiburgs Geschichte auf der Spur

´Freiburger Bächle‘ – Fund eines offenen Steingerinnes aus dem späten Mittelalter. Bild: Landesamt für Denkmalpflege

´Freiburger Bächle‘ – Fund eines offenen Steingerinnes aus dem späten Mittelalter. Bild: Landesamt für Denkmalpflege

Freiburg. Unter der Leitung von Archäologe Dr. Bertram Jenisch sind Experten des Landesamts für Denkmalpflege in der Baugrube eines neu zu errichtenden Büro- und Geschäftshauses in der Herrenstraße dem mittelalterlichen Freiburg auf der Spur, wissenschaftlich relevante Funde sollen vor Baubeginn dokumentiert und gesichert werden.
„Obwohl die Grabung erst seit Mitte März läuft, konnten bereits interessante Siedlungsstrukturen dokumentiert werden. Im Bereich des Hinterhofs der beiden abgerissenen Häuser zeichnen sich Fundamente spätmittelalterlicher Vorgängerbauten und Nebengebäude ab,“ so Jenisch. Nachweislich ist der Hof mehrfach aufgefüllt und neu gepflastert worden. Unter den Auffüllschichten ist eine spätmittelalterliche Latrine zum Vorschein gekommen, die Auskunft über die Lebensgewohnheiten, auch Hausrat etc. der Bewohner geben kann.
„Bei den Arbeiten in den verbleibenden eineinhalb Monaten sind weitere spannende Erkenntnisse zur Freiburger Stadtgeschichte, die bis in das frühe 12. Jahrhundert zurückreichen, zu erwarten“, ist der Archäologe überzeugt.
Eindrucksvoll die ausgegrabene, über eine Länge von rund 30 Metern erhaltene offene Wasserleitung eines ´Freiburger Bächle´, das vom Dillengässle überbaut, von der Herrenstraße zum Münsterplatz führte, Das Stadtbachsystem wurde zwischen 1170 und 1180 angelegt. Aus dieser Zeit stammt der mit Lehm abgedichtete Unterbau der Wasserführung. Die freigelegte Sandsteinrinne wurde offenbar erst im 15./16. Jahrhundert neu angelegt. (rs)

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