Markgräfler Bürgerblatt

Anwesen und Park der Familie Adolf Schieß im Gespräch: Ortstermin im Schieß-Park

Großes Interesse zeigten Bad Krozinger Bürger bei der Diskussion um und bei der Besichtigung des „Schieß-Haues“ (mit Markisen) am Lammplatz und dem dahinter befindlichen, ehemaligen Musik-Unterrichts- und Übungsraums unter anderem der Jugendmusikkapelle Bad Krozingen. Foto: rs

Bad Krozingen. Zu einem Ortstermin vor das Anwesen Schieß zwischen Rats-Apotheke und Busch-Optik am Lammplatz und in den dahinterliegenden kleinen Schieß-Park am Neumagen mit Open-Air-Diskussion hatten jüngst Bürgermeister Volker Kieber und sein Stellvertreter Peter Lob die Bad Krozinger Ein- und die Lammplatz-Anwohner eingeladen. Thema, wie „Sahnestück“ (Kieber) der Bad Krozinger Innenstadt bebaut werden soll. Diskutiert wurde darüber schon lange, meist in Hinterzimmern, was den Vorwurf der „Hinterstuben-Politik“ aufbrachte. Bürgermeister Kieber hat nun das Thema in die Öffentlichkeit geholt. Ein Thema, das offensichtlich für einige Aufregung sorgt.
Der potentielle Investor Werner Faller, Hartheim, ermöglichte nun die Besichtigung und Begehung seines Anwesens. Das rund 1500 m² große Grundstück zwischen Lammplatz und Neumagen gehörte früher der Familie Schieß, seit 2014, der Ende des gleichen Jahres eine Bauvoranfrage zum Schieß-Areal stellte. Errichtet werden soll ein Wohn- und Geschäftshaus mit drei Ober- und einem Attikageschoss, Ladengeschäften und Tiefgarage. Die soll unter dem Schießpark liegen, von der Familie der Stadt vermacht mit der Auflage, ihn zu erhalten. Der alte Baumbestand würde reduziert, zudem würde ein Teil des Badwegs stark befahren werden –Gründe, warum sich eine Bürgerinitiative „Der Schießpark muss bleiben, wie er jetzt ist“ gegen dieses Vorhaben bildete. Hier streitbar unterwegs Gabi Winkelmann, die schon erfolgreich den Hotelneubau im Kurpark mit ihren Mitstreitern torpedierte.
Winkelmann ist der Ansicht, dass die Stadt den Park als Erbe wie er ist erhalten müsse. Eine Tiefgarage, so die BI-Chefin weiter, sei ohnehin problematisch: einmal, aufgrund der Hochwassergefahr, zum anderen, weil für die geplante Zufahrt über den Badweg ein Großteil des Neumagen-Ufers geopfert werden müsse. Außerdem, so Winkelmann, befinde sich zwischen dem Schieß-Häusle am Lammplatz und der Rats-Apotheke ein Abstand von nur etwa zehn Metern, der für das Kleinklima vor Ort wichtig sei.
Sowohl Bürgermeister Volker Kieber wie auch einige der zahlreich teilnehmenden Gemeinderats-Mitglieder aller Fraktionen versicherten den rund 120 bis 140 Anwesenden, dass bislang noch keinerlei Beschlüsse gefasst worden sind. Im Gegenteil, in öffentlicher Sitzung wurde bereits am 17. November 2014 einstimmig die Aufstellung des Bebauungsplans Lammplatz Nord mit einer Veränderungssperre beschlossen, das heißt, dass bis zur einer tatsächlichen Beschlussfassung durch den Bad Krozinger Gemeinderat keinerlei Veränderungs- oder gar Baumaßnahmen vorgenommen werden dürfen.
(rs.).

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