Markgräfler Bürgerblatt

AKW Fessenheim: Ein Schritt hin zum Aus?

Düstere Wolken über Fessenheim: Abschaltung oder Weiterbetrieb? Foto: rs

Müllheim. Seitdem die Energie de France (EdF) die Entschädigungsvereinbarung mit dem französischen Staat geschlossen hat, hofft man auf der östlichen Rheinseite, der Schließung des Katastrophenreaktors Fessenheim einen deutlichen Schritt näher gekommen zu sein.

 
Allgemein zeigte man sich erleichtert: Staatssekretärin Bärbl Mileich (Grüne) euphorisch: „Mit dieser Entscheidung kommen wir der Stilllegung des alten maroden Atomkraftwerks einen Schritt näher.“ Andere Politiker und Vertreter von BUND und Bürgerinitiativen sehen das ähnlich.
Auf deutscher Seite hört man, dass der ausgehandelte deal „extrem vorteilhaft“ für die EdF sein soll. 450 Mio. Euro gebe es dazu die Zusage, dass mehr als 65 Prozent der in Frankreich produzierten Elektrizität weiterhin Atomkraft sein darf – trotz des anderslautenden Energiewendegesetzes. Und: EDF kann sich mit dem neuen AKW in Flamanville Zeit lassen, was notwendig ist, weil die Fertigstellung seit Jahren aufgrund von Defekten verschoben wird. Der ursprüngliche Deal war allerdings: Flamanville auf, Fessenheim zu. Hinzu kommt, dass das Atomkraftwerk in Paluel, Normandie, Baujahr 1986, wieder betrieben werden darf, das wegen Problemen für mehr 2,5 Jahre, bis 30. November 2017 abgeschaltet ist und diese Zusage dem Energiewendegesetz widerspricht, das besagt, dass ein Atomkraftwerk, das über zwei Jahre vom Netz ist, nicht mehr ans Netz gehen darf. Angedacht soll sein, Arbeitsplätz in Fessenheim zu sichern mithilfe der Gründung einer Firma mit der EDF, die im Rückbau von AKWs weltweit aktiv werden soll.

 
Allerdings gibt es eine laute Gegenstimme: Claude Brender, Bürgermeister von Fessenheim ist nicht nur nicht überzeugt, dass der Meiler in naher Zukunft stillgelegt wird. Er – und nicht nur er – sehen durchaus die Möglichkeit, dass nach den anstehenden Präsidentschaftswahlen eine neue Regierung in Frankreich nach den Wahlen Fessenheim weiterlaufen lässt. Oder, so Brender, man könne ja nach auf dem Gelände des Kraftwerks ein neues AKW bauen. Die Idee, im Schatten des  abzuwickelnden Atomkraftwerkes einen Gewerbepark anzulegen, hält er für absurd: „Wer sollte da kommen? Gerade die Deutschen haben eine unheimliche Angst vor dem Atom – da wird sich keiner im Schattend es Meilers ansiedeln!“
Fessenheim, das steht fest, hat Vorteile aus dem Kraftwerk: Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen. Brender fürchtet bei einer Abschaltung nicht nur den Verlust von beidem, sondern als Folge ein Ausbluten der Gemeinde insgesamt.

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