Markgräfler Bürgerblatt

Afrikanische Schweinepest rückt näher

Besorgt wegen der Afrikanischen Schweinepest: Südbadens Forstpräsident Meinrad Joos. Fotio: Salzer-Deckert

Land- und Forstwirte fürchten Ausbreitung:

Müllheim/Breisgau-Hochschwarzwald. Von der Asiatischen Tigermücke bis hin zum Indischen Springkraut: Sogenannte „Neobiotika“ können heute in Regionen der Erde für Probleme sorgen, in denen sie früher nicht zuhause gewesen waren. Dazu gehören auch Krankheitserreger, die sich in der Zeit vor der Globalisierung nicht oder nur langsam in der Welt ausbreiten konnten. Aktuell ist es der Erreger der Afrikanischen Schweinepest, der Land- und Forstwirte im Land in Alarmbereitschaft versetzt.

Das Virus hat sich von der Südhälfte des Afrikanischen Kontinents auf den Weg zu uns gemacht. Im Osten Polens und in der Tschechischen Republik wurde der Erreger bereits nachgewiesen. Das ist zwar noch weit weg, bedeutet aber Grund zur Sorge, wie Südbadens Forstpräsident Meinrad Joos und Bauernpräsident Werner Räpple betonen. Denn der Afrikanischen Schweinepest kann man nicht durch einen Impfschutz begegnen. Sollte die Erkrankung erst einmal bei uns ankommen, würde dies massenweise Notschlachtungen und unüberschaubare Verluste für die Schweinezüchter bedeuten, so Räpple.

Dass das Virus den Weg zu uns finden könnte, ist dabei nicht unwahrscheinlich, sagt Joos. Hauptverbreitungsweg sind demnach osteuropäische Fernfahrer: Wenn beispielsweise ein LKW-Fahrer aus Polen oder Tschechien einen entsprechend belasteten rohen Wurstzipfel an einer Autobahnraststätte nach der Vesperpause in den Müll schmeißt, dann ist der Erreger praktisch schon auf dem Weg in unsere Schweineställe. Überträger wären in so einem Fall Wildschweine, die den Müll nach Nahrung durchkämmen und sich so infizieren. Es würde es dann nur noch einer Zecke bedürfen, die erst eine infizierte Wildsau beißt und dann irgendwie über einen Zwischenwirt wie einen Hund oder eine Katze den Weg in einen Schweinestall findet.

Neben einem entsprechenden Problembewusstsein beim Menschen, beispielsweise für den sorgsamen Umgang mit Lebensmittelabfällen, sei daher die intensive Bejagung von Wildschweinen unabdingbar, so Joos: „Theoretisch müssten wir den derzeit rasant wachsenden Bestand um 90 Prozent reduzieren, um auf der sicheren Seite zu sein“, sagt der Forstpräsident. Realistisch umsetzbar sei dies aber nicht, zumal der sehr aggressive Erreger auch im Waldboden fast ein Jahr überlebensfähig ist. Verwunderlich ist es daher nicht, wenn das Thema „eine Riesenangst“ unter den Landwirten verbreitet, so Werner Räpple. (MBB)

Teilen Sie jetzt diesen Beitrag! Unsere Sharing-Buttons stehen im Einklang mit dem deutschen Datenschutzrecht.

Das könnte Dich auch interessieren …