Breisach Aktuell

Abgründe tun sich auf

Der Mordprozess gegen Hussein K. bringt Furchtbares ans Licht:

Freiburg. Er hat seine Lebensgeschichte erzählt, sich wortreich bei der Familie seines Opfers für „den Vorfall“ entschuldigt und schließlich ein Geständnis abgelegt: Hussein K. hat mit seinen Aussagen im Strafprozess um den Mord an der Freiburger Medizinstudentin Maria L. (19) im vergangenen Oktober für Aufsehen gesorgt. Monatelang hatte er geschwiegen, dann jedoch entschloss er sich zu reden. Doch was ist dran am Leben in Armut in Afghanistan und im Iran und auf der Flucht? Was stimmt am angeblichen massenweisen Alkohol- und Drogenkonsum in der Tatnacht? Klar ist: vieles von dem, was der Mann aussagt, dürfte nicht stimmig sein.

Das fing am ersten Prozesstag am 5. September schon mit seltsamen Details an: Wie passt zusammen, dass K. sagt, er habe bei seiner Einreise vor zwei Jahren in Freiburg angegeben, er sei 17, obwohl er 19 gewesen sei? Wie kann er dann heute immer noch behaupten, 19 Jahre alt zu sein? Für den Angeklagten hängt von der Feststellung seines Alters ab, ob er mit einer Jugendstrafe davonkommen könnte. Gute Karten hat er diesbezüglich nicht: Zwei Altersgutachten haben ergeben, dass er mindestens 22 Jahre alt ist.

Hussein K. will in der Mordnacht eine Flasche Wodka, diverse Flaschen Bier, Wein und ein Gramm Haschisch konsumiert haben. Ob dies jedoch stimmt, oder ob es nur ein taktischer Schachzug ist, um dem Gericht eine mögliche Schuldunfähigkeit vorzugaukeln, ist seit der ersten Zeugenvernehmung des leitenden Polizeiermittlers Peter K. (Name geändert) mehr als fraglich: Zeugen zufolge soll K. nicht betrunken gewesen sein und in den Stunden vor der Tat fieberhaft Sex gesucht haben. Hussein K. hingegen schildert das Tötungsdelikt an Maria L. als Spontantat, als sie ihm auf dem Weg entlang der Dreisam begegnete. Er habe gegen ihr Rad getreten, vielleicht weil er Streit gesucht habe. Maria sei gestürzt und habe geschrien, da habe er sie aus Angst gewürgt. Erst als er die junge Frau schon tot glaubte, habe er die Idee bekommen, „mit ihr Sex zu machen“. Er habe sich mit den Fingern an ihr vergangen und sie in die Dreisam gezerrt, da er Blutspuren von seiner Hand an ihrem Körper beseitigen wollte.

Der Polizei zufolge könnte sich die Tat über eine Stunde hingezogen haben. Zudem steht seit dieser Woche im Raum, dass Hussein K. im Iran bereits als Jugendlicher ein zwölf Jahre altes Mädchen vergewaltigt haben soll. (MBB)

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