Breisach Aktuell

320 Flüchtlinge vom Landkreis

Ab November sollen beim KBC-Gelände Wohnmodule für 320 Flüchtlinge entstehen. Bild: fotolia

Bürgerinformationsabend in der Breisacher Stadthalle

Auf dem ehemaligen KBC Areal am südlichen Ortsrand von Breisach sollen ab November Wohnmodule für 320 Flüchtlinge entstehen.

Darauf haben sich der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald und die Stadt Breisach geeinigt. Zum Informationsabend sind rund 120 interessierte Zuhörer in die Breisacher Stadthalle gekommen. Bürgermeister Oliver Rein wies darauf hin, dass man trotz der sich zugespitzten Situation sachlich und ohne Emotionen mit dem Thema auseinander setzen sollte. Der Abend kann sich ausschließlich mit der anstehenden Problematik speziell für Breisach innerhalb des Landkreises befassen. Die Stadt Breisach am Rhein wird dafür dem Landkreis ein Teilstück im Süden des ehemaligen KBC-Areals für eine Behelfsunterkunft zu Verfügung zu stellen. Im sogenannten Foyergebäude der ehemaligen Kasernen soll eine dauerhafte Gemeinschaftsunterkunft entstehen, die nach Fertigstellung an den Landkreis zur Unterbringung von weiteren 120 Flüchtlingen vermietet wird. Im Zuge einer Nachbelegung werden in der Gemeinschaftsunterkunft in der Elsässer Allee voraussichtlich weitere Plätze entstehen. Der Entscheidung gingen intensive Prüfungen geeigneter Flächen durch Stadt und Landkreis voraus. Nach der erteilten Zustimmung der Gemeinde wird der Landkreis nun die Planungen zur Erschließung und der Beschaffung der notwendigen Wohnmodule auf dem KBC-Areal mit Hochdruck vorantreiben, damit die Anlage bis November errichtet und bezogen werden kann. Das Mittelzentrum Breisach leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der derzeitigen Situation. Mit Errichtung dieser Unterkünfte reagieren Landratsamt und Stadt auf die wachsende Zahl an Flüchtlingen, die dem Landkreis zugewiesen werden. Der Zustrom von Flüchtlingen nach Baden-Württemberg übertrifft weiterhin alle Prognosen. Nach derzeitigem Stand der Entwicklung muss der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald ab Oktober über 100 Flüchtlinge pro Woche aufnehmen, die aus den Erstaufnahmestellen des Landes Baden-Württemberg ausgeleitet werden. Zum Vergleich: Bis Juni 2015 lag die monatliche Zuweisung bei unter 100 Asylbewerbern für den Landkreis. Bis Ende des Jahres rechnet die Behörde derzeit mit mindestens 2000 weiteren Plätzen, die in Behelfsunterkünften geschaffen werden müssen. Thomas Wisser als stellvertretender Leiter des Krisenstabes beim Landratsamt brachte es auf den Punkt: „Wichtig wird sein, die Menschen warm und trocken über den Winter zu bringen.“ Eine erste Behelfsunterkunft des Landkreises wurde unlängst auf dem Gebiet des Gewerbeparks Breisgau errichtet. Weitere Behelfsunterkünfte entstehen aktuell in Müllheim, Bad Krozingen, Gundelfingen und Ehrenkirchen. Die Betreuung der Menschen in der Behelfsunterkunft in Breisach soll nach dem Vorbild der Unterkunft im Gewerbepark durch eine private Betreiberfirma erfolgen. Diese zusätzliche Unterbringung der Flüchtlinge wird eine große Herausforderung für die Helferkreise, ehrenamtliche Unterstützer, Verwaltung, Justiz, Politik und die gesamte Bürgerschaft bedeuten, ohne die es grundsätzlich eh nicht möglich wäre.

 

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