Markgräfler Bürgerblatt

27. Wirtschaftsgespräch Bad Krozingen/Staufen

Bürgermeister Volker Kieber, Felicitas Boerner und Melanie Müller (v.l.) während der Diskussion mit dem Publikum. Foto: Stadt Bad Krozingen

Fachkräfte aus dem Ausland: Unverzichtbar

Bad Krozingen. Rund 40 Gäste aus Politik und Wirtschaft waren am Abend des 12. Mai der Einladung des Mittelzentrums Bad Krozingen-Staufen zum 27. Wirtschaftsgespräch der beiden Städte ins Kurhaus Bad Krozingen gefolgt. Die Zuhörer erhielten im Vortrag von Felicitas Boerner, Leiterin der Wirtschaftsförderung Region Freiburg, und Melanie Müller vom Welcome Center Freiburg-Oberrhein Einblicke in Rekrutierungs- und Integrationsmöglichkeiten ausländischer Fachkräfte sowie die Unterstützung, die das Welcome Center dabei bietet.
Angesichts des demographischen Wandels wird die Besetzung offener Stellen zunehmend schwieriger. Denn wie die Vortragenden anhand von Bevölkerungsvorausberechnungen zeigten, wird das Potential an Erwerbstätigen bis 2040 um 7,1 bis 9,2 Millionen sinken. Diese Lücke gelte es mit der Aktivierung bestehender Reserven auf dem Arbeitsmarkt zu füllen. Dazu gehören beispielsweise eine Steigerung des Anteils vollzeitarbeitender Frauen oder eine stärkere Einbindung Älterer oder von Menschen mit Behinderung. Dies allein wird jedoch nicht reichen. Als weiteres Feld muss die Rekrutierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Ausland betrachtet werden.
Das Welcome Center Freiburg-Oberrhein, vor knapp einem Jahr ins Leben gerufen, hilft ausländischen Fachkräften bei zahlreichen Fragestellungen. Kleinen und mittleren Unternehmen dient das Center als zentrale Anlaufstelle bei der Gewinnung internationaler Fachkräfte und der Integration ins Unternehmen. Unternehmen sollten bei ihrer Suche unter anderem berücksichtigen, welches Anforderungsprofil sie haben und aus welchem Land der oder die neue Mitarbeiter/in kommen soll, um einen möglichst großen Zusatznutzen zu erzielen. Ausländische Fachkräfte können durch spezifische Sprach-, Produkt-, oder Marktkenntnisse einen besonderen Gewinn darstellen. Zudem gelten interkulturelle Teams bei der Lösung komplexer Aufgaben kreativer und effektiver.
In der anschließenden Diskussion waren sich die Teilnehmer einig, dass das Bewusstsein für die Bedeutung und den Gewinn, den ausländische Fachkräfte für die deutsche Wirtschaft darstellen, in vielen Teilen der Gesellschaft noch nicht angekommen sei. Auch das Potential der zahlreichen Flüchtlinge müsse besser genutzt werden.

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