Breisach Aktuell

Festspiele Breisach – Serie (3. Teil): Peter W. Hermanns, Regisseur von „Aladin“

Für die Schule lernen, das war noch nie das Ding von Peter W. Hermanns (61). Der junge Hermanns wollte keinen Unterricht in Klassen, sondern learning by doing. Mit 16 Jahren vom Gymnasium geflogen, machte er das, was er schon immer wollte: Rock und Jazz mit Gitarre, Saxofon und Gesang in Bands. Über die Performances näherte er sich dem Theater an und ging mit Anfang 30 mit der „Compagnia Buffo“, einem der ältesten Zelttheater Deutschlands, auf Tourneen durch das Land, von Hamburg bis Konstanz.

1996 übernahm der Musiker, Sänger und Schauspieler auch Regieaufgaben und inszenierte das Theaterstück „Don Juan und der steinerne Gast“ von Molière im Open Air Theater in Emmendingen. Aus Breisach bekam er dann die Anfrage zum Mitmachen auf dem Münsterberg, und seit 2004 ist er für das Jugendtheater dabei. So lang, wie er noch nie an einer Stelle war. „Das ist Basisarbeit mit Leuten, die Lust haben, was zu lernen, und mich begeistert der Ort dermaßen, dass mir immer das Herz aufgeht, wenn es im Februar mit den Proben losgeht.“ Aktuell laufen viermal pro Woche die Proben zu „Aladin und die Wunderlampe“ mit insgesamt 40 Darstellern des Jugendtheaters.

Peter Hermann Regisseur Breisach

Peter W. Hermanns, Regisseur. Foto: UB

Mit Aladin, so sieht es der Regisseur, bekommt man Einblicke in die arabische Welt, die man sonst gar nicht hat. Wie allerdings der geheimnisvolle Dschinn aus der Lampe kommt, das wird vorab nicht verraten. Nur soviel: Aladin, der Taugenichts und clevere Kerl, ist der einzige, der es Schafft, sich die Wunderlampe zu besorgen.

Zielgruppe für das Bühnenspiel sind Familien mit Kindern und Jugendlichen. „Aladin ist für alle gleichermaßen unterhaltsam.“ Auch wenn es mit Kleinkindern auf der Zuschauertribüne schon mal richtig unruhig werden kann, ist das nicht wirklich ein Problem im Jugendtheater. „Damit muss man leben.“ Wie auch mit Wetterkapriolen beim Spiel unter freiem Himmel. „Das regnet schon mal so heftig, dass man sein eigenes Wort nicht mehr versteht und der Bühnenboden gefährlich rutschig wird.“

Unterbrechungen bis zu 30 Minuten können dann sein, werden von den Gästen aber locker gesehen. „Die rechnen mit allem und wollen einfach einen schönen Abend erleben.“

Wofür Breisach, seine Bühne mit Weitblick und Profis in den Ressorts Bühnenbild, Maske, Kostümbild und Regie bestens ausgestattet sind. Und vor den Kulissen bringt es die Mischung aus Talent, Begeisterung und Mitmachenwollen. Professionelles Fazit: “So funktioniert Laientheater.“ (UB)

Teilen Sie jetzt diesen Beitrag! Unsere Sharing-Buttons stehen im Einklang mit dem deutschen Datenschutzrecht.

Das könnte dich auch interessieren …