Breisach Aktuell

Geburtstagsfeier der Julius Leber Schule

Fünf Schüler mit dem Namensgeber der Schule im Hintergrund. Foto: privat

Nach 125 Jahren am Standort Breisach wurde an den Namensgeber erinnert

Eine lebendige Geschichtsstunde erlebten die Schülerinnen und Schüler der Julius Leber Gemeinsschaftsschule mit ihren Gästen. Denn zum Geburtstag ihrer Schule waren viele Würdenträger gekommen. Großer Bahnhof also für eine Schule, die ihre pädagogische Aufgabe im Wandel der Zeiten stets erfüllt hat.
Im Focus stand der Namensgeber der Schule, Julius Leber. Er hat den Wandel der Zeiten ebenfalls am eigenen Leib erlebt. Er, einst Denker und Lenker bei den Sozialdemokraten, musste letztendlich mit seinem Leben bezahlen. Er hatte die Nazis rechtzeitig und mutig als Totengräber Deutschlands bezeichnet. Das vergaßen sie ihm nie, Verhaftungen, willkürliche Attacken, Folter und Isolationshaft durch KZ Schergen in Sachsenhausen, Sippenhaft. Er wurde am 5.1.1945 durch den Strang in Berlin-Plötzensee hingerichtet, ebenso wie alle weiteren enttarnten Mitglieder des Widerstands. Er selbst gehörte dem Kreisauer Kreis an. „Wenn es gilt für die Freiheit zu Kämpfen, gibt man nicht auf“ ist einer der bedeutenden Sätze von Julius Leber gewesen. Und stets den Tod vor Augen sagte das Vorbild für Freiheit und Menschlichkeit „Für eine so gute Sache ist das Leben ein gerechter Preis“. Ein zeitloses Vorbild, schwer zu erreichen mit Zivilcourage, wie es der einstige Bundeskanzler Helmut Schmidt einmal formulierte. „Man fragt nicht, was morgen kommt, wenn man für die Freiheit kämpft“ sagte Julius Leber zu seinen Lebzeiten dazu.

 

Schulleiter Siegmund Früh begrüßte alle Gäste zur lebendigen Geschichtsstunde. Bürgermeister Oliver Rein als Schulträger gratulierte zum Geburtstag und erinnerte mit einem Zitat von Willy Brandt über Julius Leber an das schmerzhafte Ringen um eine gute politische Zukunft. Zu den Schülern sagt er: „Ihr könnt stolz sein auf euren Namenspatron der Schule. Der ließ sich nie verbiegen und war ein guter Demokrat. Nehmt Julius Leber als Vorbild“. Geschichtslehrer Georg Hildenbrand erinnerte ebenfalls an das Wirken von Leber. Er hat die sehenswerte Ausstellung vorbereitet, die an der Schule bis zum 25. November zu sehen ist. Auch das nachdenkliche Rollenspiel mit der Klasse 8b trug seine Handschrift. Das Lied des Schulchores „Wir sind die Moorsoldaten“ unterstrich diese Nachdenklichkeit. Leber hatte zeitlebens nie den dunkelblauen Seemannspullover und seinen elsässischen Dialekt abgelegt. Er ist in Biesheim im Elsass geboren und kam aufgrund seiner Klugheit an die damalige weiterführende Schule nach Breisach. Entsprechend war auch der stellvertretende Bürgermeister von Biesheim, Patrick Schweitzer zur Feier gekommen.
Der Bundestagsabgeordnete Gernot Erler war Festredner. Er erinnerte eindringlich an Julius Leber. Der Inhalt seiner Rede ergibt sich daraus, dass er bei Julius Leber kein Heldentum, sondern eine Vorbildfunktion weit über die heutige Zeit hinaus feststellen konnte.
Der weitere Festredner, der ehemalige Bundestagsabgeordnete Dietrich Elchlepp sprach nachdenkliche und auffordernde Worte. Er warb für Toleranz und Mut. „Ihr müsst den Kopf einschalten und auch mal nein sagen. Demokratie verlangt auch mal Widerspruch. Nur gemeinsam kann man Probleme lösen. Seid stolz auf euer Land und auf die Großzügigkeit in der Flüchtlingspolitik“. Das kam bei den Schülern an, denn die stellvertretende Schulleiterin dankte insbesondere den Schülern für ihre andauernde Aufmerksamkeit. Dafür gab es von der Festgemeinde auch den verdienten Beifall.

Teilen Sie jetzt diesen Beitrag! Unsere Sharing-Buttons stehen im Einklang mit dem deutschen Datenschutzrecht.

Das könnte Dich auch interessieren …