Breisach Aktuell

Ziel ist ein „Wohnzimmer der Stadt“

Verbindet bei der Neugestaltung der Breisacher Innenstadt die Pflicht mit der Kür: Breisachs Rathauschef Oliver Rein. Foto: Lang

Gespräch zur „Neugestaltung Breisacher Innenstadt“

Breisach. Lange wurde geplant, diskutiert, Meinungen eingeholt. Nun hat der praktische Teil begonnen: Breisach gestaltet seine Innenstadt um. Wie es dazu kam, was alles bedacht werden musste und welcher Zeithorizont angepeilt ist, darüber sprach Breisach Aktuell mit Bürgermeister Oliver Rein.

Breisach Aktuell (BA): Was war der „Auslöser“ für die Neugestaltung der Innenstadt?
Oliver Rein: Der Breisacher Marktplatz Rhein ist für die Bürgerinnen und Bürger, Gewerbetreibenden sowie Besucherinnen und Besucher Mittelpunkt der Münsterstadt und Herz der Breisacher Innenstadt. In den 1980er Jahren erfolgte mit dem Einrichten der Fußgängerzone vom Neutorplatz zum Gutgesellentorplatz eine erste stadtplanerische Aufwertung der Stadtmitte. Mit dieser Maßnahme wurde ein Teil der Innenstadt autofrei gestaltet. Diese Neugestaltung des öffentlichen Raums ging mit einer verstärkten Verkehrsbelastung der Rheinstraße einher, die direkt auf den Marktplatz führt. Das derzeitige Erscheinungsbild der Breisacher Innenstadt ist stark vom fließenden Verkehr geprägt, der Marktplatz wird als Parkplatz genutzt. Diese Ausgangslage und eine notwendige Erneuerung der Kanalisation unter dem Markplatz veranlasste die Stadt Breisach am Rhein zu dem Beschluss, den Marktplatz sowie die angrenzenden Straßenzüge, Rheinstraße und Gutgesellentorplatz, neu zu gestalten.
BA: Was ist das Ziel?
Rein: Ziel ist, eine für Besucher und Bewohner attraktive Innenstadt, welche die Rolle als Einkaufs- und Versorgungsstandort sowie als Treffpunkt, Kultur- und Wohnstandort einnimmt. Teil dieses Stadtlebens soll ein Markplatz sein, der als „Wohnzimmer der Stadt“ zum Verweilen einlädt und als räumlicher wie auch funktionaler Mittelpunkt dient. Dabei spielt das Thema „Wasser“ eine wichtige Rolle. Auf dem Marktplatz und dem Gutgesellentorplatz werden Wasserspiele in Form von bodenbündigen Fontänen-Feldern hergestellt, die durch einen Wasserlauf verbunden werden. Mit den Wasserspielen wird der Bezug auf die historische Lage des Marktplatzes in unmittelbarer Nähe zum Rhein dargestellt. Gleichzeitig leisten die Fontänen-Felder – auf dem Marktplatz werden zusätzlich Nebeldüsen installiert – einen positiven Beitrag zum Stadtklima und steigern zusätzlich die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt.
BA: Wie lange wird voraussichtlich gebaut werden?
Rein: Die Bauarbeiten haben am 16. Oktober mit der Bauphase 1 am Gutgesellentorplatz begonnen. Wenn alles nach Plan läuft, werden die Bauarbeiten im November 2019 beendet sein.
BA: Sind Bürger, Vereine, Verbände einbezogen und wenn ja, wie?
Rein: Der Stadt war es besonders wichtig, die entsprechenden Nutzer- und Interessengruppen in die Neugestaltung der Breisacher Innenstadt einzubeziehen. Mit dem „Kursbuch Stadt Breisach am Rhein 2030“ wurde 2015 mit hohem Beteiligungsengagement von Expertenseite, Gemeinderat, Bürgerinnen und Bürgern sowie Vertretern von Vereinen und Institutionen ein Fahrplan für die künftige Entwicklung Breisachs erarbeitet. In den vergangenen zwei Jahren wurden die Bürgerinnen und Bürger, Vertreter der Breisacher Vereine und Institutionen, der Seniorenbeirat und Inklusionbeauftragte der Stadt Breisach am Rhein, die Gewerbetreibenden, Anwohner sowie sonstigen Akteure über unterschiedliche Beteiligungsformate, wie zum Beispiel Veranstaltungen, Sprechstunden, Workshops, Bedarfsabfragen etc. in den Prozess eingebunden und informiert.
BA: Ist die Neugestaltung der Innenstadt eine reine „Verschönerungsmaßnahme“ oder wird sie auch begleitet durch praktische Notwendigkeiten (Erneuerung Kanalisation, Änderung der Hauptverkehrswege, Neuverlegung von Strom-, Gas- oder anderer Versorgungsleitungen)?
Rein: Ausgangslage und Auslöser für die Neugestaltung der Breisacher Innenstadt sind die notwendige Erneuerung der Kanalisation und die Neuordnung der Verkehrswege und -flächen.
Im Rahmen der Tiefbauarbeiten werden neben den Schmutz- und Regenwasserkanälen auch die Versorgungsleitungen für Wasser, Gas, Strom und Telekommunikation, Anschlüsse für neue die Straßenbeleuchtung sowie die Infrastruktur für die Wasserspiele, den Wasserlauf sowie Veranstaltungstechnik neu hergestellt. Im August 2016 wurde bereits ein neues Einbahnstraßensystem eingeführt, durch das die Verkehrsbelastung der Innenstadt reduziert werden soll.

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