Markgräfler Bürgerblatt

Wohnraum-Dilemma in Müllheim

Das städtische Wohnhaus Goethestraße soll langfristig komplett saniert werden. Aus Brandschutzgründen wurde bereits eine befestigte Aufstellfläche für Rettungsfahrzeuge vor dem Haus angelegt. Foto: Philipp

Steigende Nachfrage, reduziertes Angebot

„Steigende Nachfrage bei einem reduzierten Angebot“, fasst Müllheims Hauptdezernent Dominik Fröhlin das derzeitige Dilemma der Stadt in Bezug auf die Situation der Wohnungssuchenden zusammen. Mit dem Vorhalten eines eigenen, der seit Anfang 2016 in einem Eigenbetrieb bewirtschaftet wird, versucht die Kommune Menschen mit geringem Einkommen bezahlbaren Wohnraum zu bieten. Insgesamt 156 Wohneinheiten, meist in größeren Mehrfamilienhäusern stehen in Müllheim dafür zur Verfügung.

Eins der größten Mietobjekte ist dabei der Gebäuderiegel in der Goethestraße mit 46 Wohnungen. Jetzt müssen 16 davon geräumt werden, um kurzfristige Sanierungsarbeiten zu ermöglichen. Langfristig steht die Generalsanierung des gesamten Gebäudekomplexes an. Den Betroffenen wurde Ersatz angeboten, bis sie wieder in ihre alte Wohnung zurückkehren können. Doch diese Wohnungen fehlen nun auf dem freien Markt für preisgünstigen Wohnraum, was die akute Wohnungsnot noch verstärkt.

Deshalb will die Stadt jetzt mit einer sogenannten Mietpatenschaft in Vorleistung gehen: Sie tritt als Mieterin auf, entlastet den Vermieter von allen bürokratischen Aufgaben und vermittelt Personen, die den Verantwortlichen persönlich bekannt sind. „Daran scheitert es oft. Die Vermieter wollen keine Raucher, Trinker oder Leute, die den Müll nicht trennen können“, fasst Fröhlin die Ängste zusammen. Passen die Partien nicht zusammen, sucht man gemeinsam nach einer anderen Lösung. Nach einer Anmietzeit von etwa einem Jahr kann das Mietverhältnis dann an den Vermieter übergeben werden. Ist eine Partie eingezogen, behält die Stadt Kontakt mit dem Vermieter.

„Akut suchen wir Wohnungen mit zwei bis drei Zimmern ab etwa 50 m² Wohnfläche“, informiert Dennis Dirner, Leiter des Eigenbetriebs Wohnwirtschaft. Dabei orientiere man sich an den marktgängigen Mieten in der Stadt. Die Stadt rechne in der Phase der Mietpatenschaft mit dem Jobcenter ab. (dp)

 

Teilen Sie jetzt diesen Beitrag! Unsere Sharing-Buttons stehen im Einklang mit dem deutschen Datenschutzrecht.

Das könnte Dich auch interessieren...