Breisach Aktuell

Wirrwarr um Abschaltungstermin

Dreht sich im Kreis: keiner wagt eine Prognose, ob und wann das AKW Fessenheim nun endlich still gelegt wird. Foto: paw

AKW Fessenheim:

Müllheim/Breisach. Für Verwirrung sorgte dieser Tage eine Meldung in französischen Medien, dass die für 2018 angekündigte Abschaltung des Katastrophen-Reaktors Fessenheim nun doch zur Disposition stehe. Der Grund: die bis 2025 angestrebte Reduzierung des Atomstromanteils im Nachbarland von 75 auf 50 Prozent sei nicht realisierbar. Der zeitrahmen wurde nun bis 2035 gedehnt; vorher, so paris, sei es nicht möglich, Kraftwerke auf Basis erneuerbarer Energien zu errichten.

Im Land äußerte sich prompt die Grün-Schwarze-Koalition: MdL Bärbl Mielich (GRÜNE): „Keine weitere Laufzeitverlängerung. Dieses veraltete und unsichere Atomkraftwerk noch länger laufen zu lassen, ist verantwortungslos. Mit jedem Tag des Betriebs wächst das Risiko eines atomaren Unfalls mit verheerenden Folgen für die Menschen auf beiden Seiten des Rheins“, so ihre Stellungnahme. Die CDU-Abgeordneten Dr. Patrick Rapp, MdL, Felix Schreiner, MdB, Armin Schuster, MdB und Matern von Marschall, MdB wurden noch deutlicher: „Die französische Politik sollte die Bürger bei uns nicht weiter verunsichern, sondern handeln und Fessenheim abschalten.“ Mielich legte nach und monierte, die Machtlosigkeit und der fehlende Wille der französischen Regierung gegenüber der Atomindustrie sei besorgniserregend. Offenbar gebe die EDF den Ton an und bestimme, wo es langgehe.

Inzwischen ruderte die französische Seite wieder zurück. In einem Interview mit „Derniers Nouvelles d‘ Alsace“ erklärte Umweltstaatssekretär Sebastian Lecornu, dass Fessenheim nun doch Ende 2018 oder Anfang 2019 abgeschaltet werde. Er betonte, dass es aber weiterhin einen engen Zusammenhang zwischen der Schließung Fessenheims und der Inbetriebnahme des Reaktors Flamanville/Normandie gebe.

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