Markgräfler Bürgerblatt

Viele Änderungen zum Jahreswechsel

Foto: Pixabay

Was ist neu im Jahr 2018?

Müllheim. Wie immer bringt auch der Jahreswechsel 2017/18 eine Teihe neuer Gesetze und Vorschriften: Weniger Sozialabgaben, steigende Hartz-IV-Sätze, mehr Kindergeld, höhere Kfz-Steuern – 2018 wird einiges anders. Was, das sagen die folgenden Punkte.

Die Steuererklärung wird einfacher – was Selbermacher freut und Steuerberater (wohl) weniger: Ab 2018 genügt es, Belege aufzuheben und sie auf Nachfrage einzureichen. Und: Der Grundfreibetrag steigt von 8.820 auf 9.000 Euro. Erst dann müssen ledige Erwachsene ihr Einkommen versteuern. Bei Ehepaaren bzw. eingetragenen Lebenspartnerschaften verdoppelt sich der Betrag auf 18.000 Euro. Hinzuzurechnen ist ggf.der Kinderfreibetrag, der um 72 Euro auf insgesamt 7.428 Euro steigt. Um die Steuerkriminalität abzubauen ist es Finanzämtern nun erlaubt, Kassen in Geschäften und Gastronomiebetrieben unangemeldet zu prüfen.

Gute Nachricht für Eltern: Das monatliche Kindergeld wird um zwei Euro angehoben. Für die ersten beiden Kinder gibt es nun jeweils 194 Euro pro Monat, beim dritten Kind sind es 200 Euro und bei jedem weiteren Kind sogar 225 Euro. Allerdings: Kindergeld kann künftig nur noch für sechs Monate rückwirkend beantragt werden, nicht mehr für mehrere Jahre.

Der durchschnittliche Zusatzbeitrag, den die 54 Mio. Kassenpatienten alleine zahlen müssen, sinkt von 1,1 auf 1,0 Prozent des Bruttolohns. Die Summe kommt auf den festen Beitragssatz von 14,6 Prozent obendrauf, der je zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer gezahlt wird.

Es steigt dafür der Regelsatz für alleinstehende Hartz-IV-Empfänger von 409 auf 416 Euro pro Monat. Bei Paaren gibt es künftig 374 Euro pro Person – sechs Euro mehr als bisher.

Bei der Rente tut sich etwas: angesichts der gut gefüllten Rentenkasse sinkt der Beitragssatz für die gesetzliche Rente von 18,7 auf 18,6 Prozent. Bei einem monatlichen Bruttoverdienst von 3.000 Euro bedeutet das eine Entlastung von 1,50 Euro. Die rund 21 Mio. Rentner dürfen sich im Juli auf ein Rentenplus von etwa drei Prozent freuen.

Wer ab 2018 eine Erwerbsminderungsrente bezieht wird bessergestellt. Bisher werden Betroffene bei der Rente so gestellt, als hätten sie bis zum 62. Lebensjahr gearbeitet. Diese Grenze wird nun stufenweise bis zum Jahr 2024 auf 65 Jahre angehoben.

Damit Betriebsrenten für kleine und mittlere Unternehmen attraktiver werden, entfällt das Haftungsrisiko für Arbeitgeber. Den Beschäftigten muss kein fester Betrag mehr zugesichert werden. Einen Steuerzuschuss bekommen Arbeitgeber, wenn sie Geringverdiener bei den Betriebsrentenbeiträgen unterstützen. Für die Bezieher einer Grundsicherung im Alter gibt es zudem Freibeträge von bis zu 200 Euro für Betriebs- und Riester-Renten. Die staatliche Grundzulage für Riester-Sparer steigt von 154 Euro auf 175 Euro. Dieser Zuschuss zur privaten Altersvorsorge wird gewährt, wenn mindestens vier Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens in ein zertifiziertes Riester-Produkt fließen.

Die Bemessungsgrenze, bis zu der Beiträge auf Arbeitsentgelt oder Rente zu zahlen sind, steigt bei der Rentenversicherung auf monatlich 6.500 Euro in Westdeutschland sowie auf 5.800 Euro im Osten. Bei der gesetzlichen Krankenversicherung steigt die bundesweit einheitliche Beitragsbemessungsgrenze auf 4.425 Euro pro Monat. Die Pflicht zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung gilt ab 2018 bis zu einem monatlichen Einkommen von 4.950 Euro.

Ab Januar gilt der gesetzliche Mindestlohn in allen Branchen. Um Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen zu verringern, können Beschäftigte in Betrieben mit mehr als 200 Mitarbeitern künftig Informationen einfordern, wie ihre Kollegen für eine gleichartige Tätigkeit bezahlt werden.

Auch Schülerinnen und Studentinnen können künftig Mutterschutz in Anspruch nehmen. Wie üblich gilt eine sechswöchige Schutzfrist vor der Geburt, in der die werdende Mutter nicht mehr arbeiten muss, sowie ein achtwöchiges Beschäftigungsverbot nach der Entbindung.

Bei minderjährigen Trennungskindern steigt der Mindestsatz beim Unterhalt. Abhängig vom Alter des Kindes und dem Einkommen der Eltern erhöhen sich die monatlichen Sätze in der neuen „Düsseldorfer Tabelle“ um sechs bis zwölf Euro.

Der größte Schein der Gemeinschaftswährung wird nicht mehr gedruckt und soll ab Ende des Jahres nicht mehr ausgegeben werden.

Wer ein neues Auto kaufen will, sollte dies vor dem 1. September tun. Danach kann die Kfz-Steuer für neu zugelassene Fahrzeuge wegen des neuen Abgastests WLTP höher ausfallen. Für bereits zugelassene Fahrzeuge ändert sich nichts. (MBB)

 

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