Breisach Aktuell

VERLOSUNG: Es schwimmt ein Karpfen in der Wanne…

Weihnachts-Anekdoten:

Sie gehört zu den Dauer-Anekdoten in der Familie meiner Frau: die Geschichte vom Weihnachtskarpfen.

Jahrelang hatte die aus Ostpreußen stammende Mutter immer wieder betont, dass sie mit der hiesigen Sitte des Schäufele und/oder Wienerle samt Kartoffelsalat zu Heiligabend nichts anfangen könne – bei ihr daheim habe es immer Karpfen gegeben. Vermutlich um diesen alljährlich wiederholten Hinweis endlich einmal zu entgehen, entschloss sich der Herr des Hauses eines Weihnachten, dass es eben dieses Mal den so lange entbehrten Fisch geben solle – und brachte ein lebendes Exemplar dieser Spezies mit nach Hause. Die Reaktionen waren äußerst gemischt. Während die jüngeren Brüder meiner Frau gleich den in der Badewanne untergebrachten Karpfen „Emil“ tauften (ohne zu wissen, ob es nicht vielleicht auch eine „Emilia“ sein könnte) und mit Fischfutter traktierten, erklärte die Schwester, sie wolle nie wieder in einer Wanne baden, in der so ein „oller Fisch“ seine Kreise gezogen habe.

Die Mutter erklärte, sie wisse ja nun wirklich nicht, was das solle, wer den Fisch denn töten und ausnehmen werde und überhaupt – sie habe sich auf Kartoffelsalat, Schäufele und Würstle eingestellt…

Das werde sich alles finden, erklärte der Hausherr – eine, wie sich herausstellen sollte, stark optimistische Aussage. Am 23. sollte „Emil“ sein Leben aushauchen. Der Vater meiner Frau erklärte, er habe noch dringende Angelegenheiten im Betrieb zu erledigen, es könne später werden. Die Brüder weigerten sich kategorisch Hand an den Fisch zu legen, eine Aussage, der sich Mutter und Schwester anschlossen. Meine Frau stimmte dem zu und versuchte, ihren damaligen Freund zu der Mordtat anzustiften – was der aber ebenfalls ablehnte. Und „Emil“ schwamm immer noch in der Badewanne.

Bis die Mutter entschlossen den gordischen Knoten durchhieb: „Also, Wienerle und Schäufele habe ich eh schon, wir brauchen also Morgen nicht zu hungern. Andrea (das ist meine Frau), Du fährst mit Robbi (das war der damalige Freund) auf den Golfplatz in …, da gibt es einen Teich mit Karpfen, und da schmeißt ihr „Emil“ rein – der muss dann halt sehen, wie er da zurechtkommt. Susanne, Du schälst die Kartoffeln für den Salat und ihr Buben putzt die Wanne!“ Gesagt, getan.

Als Vater recht spät und etwas illuminiert nach Hause kam, fragte er nicht nach „Emil“. Und am Morgen des Heiligen Abend akzeptierte er ohne Nachfrage, eher mit Erleichterung, die etwas unwahrscheinliche Erklärung seiner Frau, dass der Fisch wohl durch den Abfluss in die Freiheit geschwommen sei. Das Thema Karpfen an Heiligabend kam übrigens danach nie mehr zur Sprache…

 

Ihr schönstes, nettestes, witzigstes Weihnachtserlebnis

Sicher haben Sie auch Weihnachtserlebnisse, -geschichten oder -anekdoten aus dem Leben Ihrer Familie. Wie wäre es, wenn Sie die mit uns teilten? Schicken Sie uns bis zum Nikolaustag – 6. Dezember – per Post an Markgräfler Bürgerblatt, Werderstraße 43, 79379 Müllheim oder per Mail an stich@markgraefler-buergerblatt.de oder per Fax an 07631 5027.

Das Team von Markgräfler Bürgerblatt und Breisach aktuell wird die Geschichten sichten – die witzigste, netteste, originellste wird in Ausgabe 24 von Markgräfler Bürgerblatt/Breisach Aktuell abgedruckt. Für diese Geschichte und die zwei Nächstplatzierten gibt es einen Christbaum als Belohnung!

Also, kramen Sie im Geschichtenschatz Ihrer Familie und erzählen Sie und und unseren LeserInnen die netteste Anekdote zu weihnachten, die sich in Ihrer Familie einmal zugetragen hat.

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