Markgräfler Bürgerblatt

Teamarbeit von Mensch und Hund

Mitglieder der Rettungshundestaffel Oberrhein mit ihren Vierbeinern: Die Hundeführer üben an verschiedenen Orten im Landkreis mit ihren Hunden um unterschiedliche Einsatzszenarien durchzuspielen. Foto: hz

Rettungshundestaffel Oberrhein:

Efringen-Kirchen. Alle ein bis zwei Wochen geht bei der Rettungshundestaffel Oberrhein ein Alarm wegen einer vermissten Person ein. Dann sind Einsatzleitung, die Vierbeiner mit der guten Nase und ihre Hundeführer gefragt. Die Rettungshundestaffel, die rein ehrenamtlich arbeitet und in Efringen-Kirchen Istein ihren Hauptsitz hat, deckt den Landkreis Lörrach, die Stadt Freiburg und den Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald ab. „Alte Menschen, Suizidgefährdete, Schockopfer, Kinder, Wanderer, Skifahrer, das sind die häufigsten Fälle, bei denen wir – oft in Zusammenarbeit mit Polizei, Feuerwehr, DRK, der Bergwacht oder der DLRG – hinzugerufen werden“, listet der erste Vorsitzende Klaus Kölper auf.

Heute sind die Hundeführer im Tutti-Kiesi-Gelände in Rheinfelden vor Ort. Das Gelände ist ideal für eine Suche nach „Vermissten“ – Holzstapel, Unterstände, Werkstatträume, selbst gebaute Bretterbuden, Palettenstapel. Einer der Hundeführer versteckt sich, ein zweiter kommt aufs Gelände und schickt seinen Hund auf Suche. Akribisch durchstöbern die Vierbeiner jeden Unterstand und Winkel nach Geruchsspuren. Sobald sie den „Vermissten“ gefunden haben, bleiben sie bei diesem stehen und bellen so lange, bis ihr Hundeführer kommt. Zur Übung im Gelände – zwei Mal pro Woche – gehört auch die Theorie, sie ist ein Schwerpunkt im Winter.

Die Flächensuche ist der häufigste Einsatzfall. Rettungshunde aber können mehr: Beispielsweise in eingestürzten Gebäuden, Stichwort Gasexplosion, Überlebende aufspüren. Die Voraussetzung für all diese Aufgaben sind Hundeführer, die eine entsprechende Ausbildung durchlaufen und „Hunde, egal ob Mischling oder Rassehund, klein oder groß, die neugierig, verträglich und arbeitswillig sind“, sagt Hundeführerin Margrit Bürklin. Dann sind da noch die speziellen Mantrailer-Hunde – sie konzentrieren sich auf Geruchsspuren einer ganz bestimmten Person. Die Ausbildung der Hunde dauert mindestens zwei Jahre – „der Draht zwischen Hund und Hundeführer muss stimmen, Mensch und Hund sollten einander lesen können“, so Kölper. Erstmalig wurde die 1978 gegründete Staffel im Ausland bei einem Erdbeben in Italien 1981, dann beim großen Beben in Armenien hinzugerufen. „Andere Staaten lernten von den deutschen Rettungshundestaffeln und etablierten eigene Staffeln mit identischen Richtlinien “, berichtet Kölper stolz.

Übrigens: Wer mit seinem Hund eine sinnvolle Aufgabe sucht, ist ebenso willkommen wie Förderer und Spender. (hz)

Info/Kontakt: www. rhs-oberrhein.jimdo.com

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