Markgräfler Bürgerblatt

Schulkonflikt Müllheim/Bad Krozingen fast entschieden: Des einen Ärger – des anderen Freud‘!

Sollen aufgeteilt und Teilweise nach Bad Krozingen verlegt werden: die beruflichen Schulen in Müllheim, Institutionen mit Profil und großer Tradition. Foto: Amann

Müllheim. Beim Neujahrsempfang 2017 der Stadt Müllheim sagte Bürgermeisterin Astrid Siemes-Knoblich in ihren „Gedanken für die Zukunft“, „Im Bereich der beruflichen Schulen werden wir alles tun, nur nicht aufgeben!“ Mehr zu diesem Thema wollte sie ihren „Müllemern“ an diesem Spätnachmittag im Bürgerhaus zum Konfliktthema Berufsschulstandorte Müllheim/Bad Krozingen nicht zumuten.
Ihr Amtskollege Volker Kieber hatte zuvor, ebenfalls auf einem Neujahrsempfang, der Ansiedelung von beruflichen Schulen in der Kurstadt vehement das Wort geredet und die Überzeugung geäußert, dass eine Neuordnung der Angebote, sprich die Aufteilung, beiden Städten nutzen werde.

 

 
Der Krozinger Schultes hat sich ganz offensichtlich durchgesetzt. Doch man darf getrost davon ausgehen, dass Müllheims Bürgermeisterin auch nach der eindeutigen Abstimmungsniederlage im Kreistag Breisgau-Hochschwarzwald keine weiße Fahne der Kapitulation zu hissen gedenkt, sondern mit der Rückendeckung von über 100 Unternehmen zum Ausgleich die Schaffung neuer, dann in Müllheim beheimateter Berufsbildungsgänge vehement einfordern wird. Es geht um viel Prestige und es geht um viel Geld, in Müllheim wie auch in Bad Krozingen.

 

 
Die dicke Luft im Kreistag Breisgau-Hochschwarzwald vom 19. Dezember 2016 hat sich verzogen und die Bäderstadt unter der Leitung ihres Bürgermeisters Volker Kieber hat den jahrelangen „kleinen Kulturkampf“ gewonnen. Wenn noch das Stuttgarter Kultusministerium „sein Häk’chen macht“, dann wird es den Umzug beruflicher Bildungsgänge von Müllheim zum neuen Berufsschulstandort Bad Krozingen geben. An beiden Standorten sollen sich dann „Kompetenzzentren“ entwickeln, tröstete CDU-Landrätin Störr-Ritter Siemes-Knoblich. Angedacht sei in Bad Krozingen ein sozialpädagogisches Profil der Berufsschule und in Müllheim wäre neben einem gewerblich-kaufmännischen Schwerpunkt auch ein solcher für Weinbau und Touristik denkbar. Müllheims Bürgermeisterin Astrid Siemes-Knoblich aber bleibt bei ihrer Prognose: aus einer bisher großen Berufsschule werden nun zwei kleine, die, so ihre Befürchtung, schlechtere „Überlebenschancen“ haben werden als eine große.
Übrigens: wie beurteilen eigentlich die betroffenen Schülerinnen und Schüler diese Entwicklung? (KA)

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