Markgräfler Bürgerblatt

Otto Neideck: Alle sollen profitieren

Reinhold Treiber vom LEV und BM Bohn aus Vogtsburg inmitten der Böschungen. Foto: Salzer-Deckert

Ausgleichsmaßnahme für das neue Stadion in Freiburg:

Vogtsburg-Oberrotweil. Wenn das mal nicht nach einem Erfolgskonzept klingt: „Alle Seiten haben etwas davon“, sagt Freiburgs Erster Bürgermeister Otto Neideck (CDU) über die Ausgleichsmaßnahmen in den Reben in Vogtsburg: rund zwei Mio. Euro werden in den kommenden 30 Jahren aus Freiburg kommend in Vogtsburg in die Aufwertung und Pflege von rund 33 ha Rebböschungen fließen. Mit den erworbenen rund zwei Millionen Ökopunkten kann die Stadt Freiburg gut ein Drittel der Ausgleichsflächen abdecken, die sie für den Stadionneubau des SC Freiburg aufbringen muss.

Doch das sei noch nicht alles, wie Neideck betont: „Die Landwirte verlieren hier keine Flächen, sondern sie gewinnen mit der Böschungspflege eine Einnahmequelle. Und für Vogtsburg bedeuten die Ausgleichsmaßnahmen eine ökologische Aufwertung von über 30 Hektar Böschungen“. Während Neideck nur Gewinner sieht, hat der Umweltverband BUND das Projekt jedoch kritisiert: Das Vorgehen sei juristisch fragwürdig, da die Böschungspflege eigentlich Sache der Gemeinde Vogtsburg sei. Diese werde nun aus ihrer Pflicht entlassen, während Freiburg seinen „Flächenfraß“ fortsetze, so BUND-Geschäftsführer Axel Mayer.

Die Böschungen im Kaiserstuhl sind ein Ergebnis der Terrassierungen im Weinbau, ihre Pflege und ökologische Aufwertung ist aufwendig, so der Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbandes des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald (LEV), Reinhold Treiber. Hier hat der LEV Konzepte entwickelt, die nun umgesetzt und überwacht werden können: Für Vogtsburg alleine wäre solch ein Projekt sehr teuer gewesen, so Bürgermeister Benjamin Bohn (parteilos). Bohn ist der Vater der nun umgesetzten Idee: Seine Stadt stellt Freiburg 33 Hektar Böschungsfläche auf einer Länge von rund 20 km zur Verfügung und bekommt dafür eine Entschädigung von 135.000 Euro aus Freiburg, von wo auch die Millionen für die Arbeit in den Reben kommen. Die Verpflichtung für die Böschungspflege liegt nun quasi für immer bei der Stadt Freiburg. (MBB)

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