Markgräfler Bürgerblatt

Kriminalitätsstatistik

Freiburg bleibt unrühmlicher Spitzenreiter

Freiburg. Die Stadt Freiburg bleibt bei der Belastung durch Straftaten unrühmlicher Spitzenreiter im Land: zwar sank die Zahl der Straftaten im Stadtgebiet im vergangenen Jahr leicht um rund 690 Fälle beziehungsweise 2,3 Prozent auf rund 28.850, doch blieb die Häufigkeitszahl der Delikte je 100.000 Einwohner mit 12.745 weiterhin „spitze“ im Land. Man hoffe, so Kripochef Peter Egetemaier dieser Tage, dass durch die mittlerweile verstärkte Polizeipräsenz in der Stadt nun die Zahl der Gewaltdelikte um zehn Prozent gedrückt werden könne.

Doch nicht nur die Stadt leidet unter Straftätern: Einen Anstieg der Deliktzahlen um vier Prozent habe man im vergangenen Jahr im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald verzeichnet, so Polizeipräsident Bernhard Rotzinger. Hier seien rund 13.100 Taten registriert worden (2015: rd. 12.600). Wie in der Stadt sei die Aufklärungsquote auch im Umland leicht rückläufig gewesen und habe zwischen knapp unter 55 (Umland) und knapp über 60 Prozent (Stadt) gelegen. Vor allem Einbrecher müssen sich demnach kaum Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen, die Aufklärungsquote sank hier in der Stadt und im Landkreis auf jeweils unter neun Prozent. Besonders betroffen durch Einbruchsdelikte waren im Kreis zuletzt die Gemeinden Bad Krozingen, Breisach, Müllheim, Gundelfingen und Neuenburg mit jeweils mehr als 20 Fällen im Jahresverlauf.

Der Anteil der ausländischen Straftäter im Kreis habe bei knapp über einem Drittel gelegen, so die Polizei. Viele davon seien aus dem Elsass für Straftaten über die Grenze gekommen. In Freiburg lag der Anteil von Ausländern sogar bei deutlich über 40 Prozent. Überproportional häufig wurden Flüchtlinge als Tatverdächtige ermittelt. So gingen in der Stadt Freiburg von rund 3.800 verübten „Rohheitsdelikten“ knapp 600 auf das Konto von Geflüchteten, im Landkreis waren es 230 von insgesamt knapp 1.900 Gewaltdelikten. Bernhard Rotzinger kritisiert im Zusammenhang mit den hohen Deliktzahlen auch die Justiz: viele Verurteilte würden es nicht als Strafe empfinden, wenn sie zum Beispiel nach einem Einbruch mit einer Bewährungsstrafe davonkämen. Hier klaffe eine „Lücke in der Sanktionskette“, so der Polizeichef. (MBB)

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