Markgräfler Bürgerblatt

Knieverletzungen auf der Piste vermeiden

Skifahren? – Aber sicher!

Die Skisaison geht wieder los. Doch bei all dem Spaß inmitten der weißen Landschaft vergessen Skifahrer oft die Gefahren, die mit diesem Sport einhergehen. Besonders häufig passieren Knieverletzungen wie Kreuzband- und Meniskusrisse.

Einer Studie der Auswertungsstelle für Skiunfälle zufolge traten in der Wintersportsaison 2016/17 etwa 43 Prozent aller Verletzungen im Kniegelenk auf. Dabei sind Frauen aufgrund physiologischer und anatomischer Besonderheiten häufiger von Meniskusrissen betroffen als Männer. „Sie besitzen ein breiteres Becken. Das verursacht einen größeren Winkel des Oberschenkelmuskels zwischen Hüfte und Knie, den sogenannten Q-Winkel. Zudem verfügt das weibliche Geschlecht von Natur aus über eine hormonbedingt schwächere Festigkeit der Bänder“, führt Dr. Johannes Knipprath, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie und ärztlicher Leiter der Avicenna Klinik Berlin, aus. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, Verletzungen auf der Piste vorzubeugen. Bereits ein paar Wochen vor dem Urlaub sollten Wintersportler Skigymnastik betreiben und so die Muskeln im Vorfeld an die Belastung gewöhnen.

Sowohl Aufwärmübungen vor Betreten der Piste als auch ein Saunagang nach der Skiabfahrt – Wärme hilft, den Muskeln eine optimale Leistung abzurufen, vor allem bei Minustemperaturen. Dies beugt einer Übersäuerung vor und erhöht die Reaktionsgeschwindigkeit der Beinmuskulatur. Gleichzeitig dehnen sich Sehnen und Bänder bei aufkommender Wärme aus und werden elastischer. Dadurch verringert sich das Verletzungsrisiko.

Auch mangelnde Aufmerksamkeit ist die Ursache vieler Unfälle. Schwindet die Konzentration, ist die Wahrscheinlichkeit höher, Gefahren nicht rechtzeitig zu erkennen. Durch regelmäßige Pausen und realistische Selbsteinschätzung schützen Ski- und Snowboardfahrer sich und ihre Mitmenschen. Wer bei mangelnder Erfahrung eine schwierige Abfahrt nimmt oder ohne professionelle Begleitung im freien Gelände fährt, riskiert sowohl die Kontrolle über die Skier zu verlieren als auch Veränderungen des Bodens nicht rechtzeitig zu erkennen. „

Häufig treten Knieverletzungen beim Skifahren infolge von Stürzen auf, bei denen Betroffene das Knie verdrehen. Wenn die Skier sich während des Fahrens jedoch nicht mehr kontrollieren lassen, können diese Verletzungen auch durch ruckartige Bewegungen ohne einen Sturz zustande kommen. Dr. Knipprath erklärt: „Bei einem Verdrehtrauma beispielsweise dreht sich der Unterschenkel, während der Oberschenkel noch in der ursprünglichen Position verbleibt. Dies kann sowohl einen Kreuzband- als auch einen Meniskusriss nach sich ziehen.“ Bei einer Verletzung des Meniskus empfiehlt der Berliner Facharzt bei größeren Bewegungseinschränkungen meist eine Arthroskopie. Dabei wird der betroffene Teil des Meniskus minimalinvasiv entfernt oder genäht. Die Regenerationszeit beträgt zwischen sechs und acht Wochen. Im Anschluss kann der Betroffene das Knie im Regelfall zeitnah wieder voll belasten.

 

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