Breisach Aktuell

Höhenluft für die Feuerwehr

Breisacher Wehr übt auf dem Münsterberg am Stephansmünster

Die Breisacher Wehr schnupperte gleich zweimal Höhenluft. Zum ersten auf dem Breisacher Münsterberg und zum zweiten auf der Drehleiter, die am romanischen Münsterturm des St. Stephan Münsters in luftige Höhen ausgefahren werden musste.
Ein Schreckensszenario in extrem steil in die Höhe aufsteigenden Kirchenräumen, welche die ausgefahrene Drehleiter noch um Längen überragen. Die Münstertürme sind gewaltige Kolosse aus verschiedenen Zeitepochen und auch heute noch, Jahrhunderte nach deren Bau bestens dazu geeignet, schwierige Ausganglagen für die Feuerwehr zu schaffen.
So war dann auch die Lage vor Ort, nachdem über die Leitstelle in Freiburg um 18 Uhr Alarm ausgelöst worden war.  Zwei Zimmerleute wurden im Glockenturm durch Blitzschlag verletzt. Der Blitz löste auch einen Entstehungsbrand aus, das sich schnell über die Hölzer der Dachkonstruktion ausbreitete und letztendlich den Dachstuhl des Mittelschiffs zum Einsturz brachte. Ein Löschtrupp wurde komplett verschüttet, ohne dass noch eine „Mayday“ Meldung abgesetzt werden konnte, das das Funkgerät beschädigt worden war. Diese Menschen mussten gerettet und durch den  Wassereintritt des Löschwassers mussten auch die Reliquien des Münsters in Sicherheit gebracht werden.
Schwieriger hätte die Lage für die Wehrmänner nicht sein können, die schon kurz nach Alarmauslösung auf dem Münsterberg eintraf. Die Wehr löste nach und nach Großalarm aus und forderten Kräfte aus den Ortsteilen und von umliegenden Wehren und von Neuf-Brisach nach, um die Großlage zu bewältigen. Die Rettung der Zimmerleute aus dem Turm über das sehr enge Treppenhaus war eine gewaltige Herausforderung nachdem kurz nach Alarmauslösung die ersten Wehrleute mit ihren Fahrzeugen eintrafen und das Schreckensszenario klar wurde. Rauch drang aus dem Fenster des betroffenen Turms. Die Drehleiter wurde ausgefahren und dann hieß es auch schon „Wasser marsch“. Zusätzliches Wasser musste jeweils über einen langen Leitungsstrang aus dem Schwanenweiher und von der Münsterbergstraße herangeführt werden, denn die Wasserversorgung auf dem Berg reichte längst nicht aus. Auch die Kollegen im Mittelschiff konnten unter schwierigsten Bedingungen gerettet werden. Schwerer Atemschutz war auch hier notwendig, weil durch die Rauchentwicklung eine Null-Sicht-Situation herrschte. Das machte die Aufgaben nicht einfacher.
Die Feuerwehr unter der Gesamtleitung von Jochen Böhme erregte mit diesem Übungsfall einiges an Aufmerksamkeit. Viele Zuschauer konnten ein interessantes Übungsschauspiel mit intensivem Hin- und Her beobachten. Auch die Kinder kamen auf ihre Kosten, denn so viel rot ummanteltes Blaulicht bekommen sie auch nicht jeden Tag zu sehen. Dazu die Blaulichter von Polizei, DRK und THW, das erzeugte auf dem engen Bereich des Platzes zwischen Münster, Rathaus und Pfarrhaus dichte, jedoch auch arbeitsgerechte Platzausnutzung. Das Fazit des Tages aber lautete am Einsatzende ganz klar: Feuerwehr und die anderen Rettungsdienste arbeiteten gut „Hand in Hand“ und konnten die gewaltige Aufgabenstellung hervorragend meistern.

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