Markgräfler Bürgerblatt

Hitchcocks Gruselklassiker live in Bad Krozingen: Stadt will Krähen bekämpfen

Bäume gefällt, Nester entfernt und doch haben sich die Krähen munter weiter vermehrt, sind inzwischen zu einer Plage geworden. Foto. rs

 

Plädiert im Fall der überhandnehmenden Krähen für eine Ausnahme vom Naturschutz und Jagdrecht: Bad Krozinges Bürgermeister Volker Kieber. Foto. Salzer-Deckert

Fans des Grusel-Klassikers „Die Vögel“ von Alfred Hitchcock kommen in Bad Krozingen voll auf ihre Kosten. Für manchen aber sind die schwarzen Flieger eine Landplage: rund 1.300 Krähennester gibt es nach Angaben des Rathauses im Stadtgebiet, viele davon im touristisch lebenswichtigen Kurpark und einem angrenzenden, teuren Neubaugebiet. Die geschützten Vögel seien schlecht für den Tourismus in der Kurstadt, außerdem würden sich immer wieder Anwohner über den Vogelmist und drohenden Wertverlust ihrer Immobilien beschweren, so Bürgermeister Volker Kieber (parteilos).

Es sei daher an der Zeit, dass die Landespolitik den Schutzstatus für die Vögel aufweiche und auch über eine Bejagung nachdenke: „Wir müssen handeln“, so der Bürgermeister. Gemeinsam mit Jägern und Naturschützern erarbeite man einen Masterplan, um „die Krähen loszuwerden“, so Kieber wörtlich. „Ganz wichtig ist hierbei, dass wir auch auf politischer Ebene diskutieren. Insbesondere in Sachen Ausnahme vom Naturschutz- und Jagdrecht.“ Andere Maßnahmen, die die Vögel vertreiben sollten, seien weitgehend gescheitert. So habe die Stadt unter anderem Nester entfernt, Bäume gefällt und Uhu-Attrappen angebracht. Die Krähen habe dies jedoch nicht beeindruckt. Kieber zufolge sorgen sie für Schäden in der Landwirtschaft und im Gartenanbau. Auch andere Kommunen im Land würden diesbezüglich klagen. Sie dürften von der Politik nicht allein gelassen werden.

Kiebers Vorschlag bleibt indes nicht unwidersprochen: eine „lethale Vergrämung“, also der Abschuss, sei aus Gründen des Natur- und Artenschutzes abzulehnen, so Vorstandsmitglied Rainer Stoll vom NABU in Müllheim/Breisgau-Hochschwarzwald. Die Krähen würden vor allem aufgrund ihres schrumpfenden Lebensraumes und der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung in der Region zum Brüten in die Stadt kommen. Es sei daher besser, den Vögeln auch außerhalb der Stadtgrenzen Biotope als Bruträume zu erhalten. Ohnehin sei eine Abnahme der brütenden Krähenpaare in Bad Krozingen festgestellt worden. (MBB)

 

 

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