Breisach Aktuell

Große Volksbank erwächst aus „Fusion der Stärke“

Norbert Lange, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Müllheim e.G., und Jörg Dehler, Vorstandssprecher der Volksbank Breisgau-Süd e.G., erläuterten gegenüber der Presse Stand und Planung der angestrebten Fusion der beiden Finanz-Häuser. Foto: paw

Volksbanken Müllheim/Breisgau-Süd

Eschbach. Sollten nicht die Vertreterversammlungen im kommenden April ihr Veto einlegen, wird ab dem 1. Juli 2018 eine neue, große Volksbank zwischen Burkheim und Bad Bellingen agieren, die neue Volksbank Breisgau-Markgräflerland eG, hervorgegangen aus der Volksbank Müllheim und der Volksbank Breisgau-Süd.
81.820 Kunden werden dann bedient, 39.054 Mitglieder tragen die Genossenschaft und 297 Mitarbeiter kümmern sich um die finanziellen Belange beider. Das Kundenanlagevolumen beträgt knapp 1,85 Mrd. Euro, das Kreditvolumen gut 1,2 Mrd. Euro und das Eigenkapital erreicht dann stolze 214.592 Mio. Euro bei einer Bilanzsumme von gut 1,7 Mrd. Euro. Damit gehört das neue, fusionierte Geldhaus zu den 20 größten Volksbanken in Baden Württemberg und unter die 110 größten von insgesamt 950 Volksbanken bundesweit.
Man passe, so die beiden Vorstandschefs Jörg Dehler, Breisgau-Süd, und Norbert Lange, Müllheim, menschlich gut zusammen, habe gleiche Philosophien und schaffe durch die Fusion einen konsistenten Wirtschaftsraum, geprägt von ländlichen Strukturen und Klein- und Mittelbetrieben. Diese aber, so Dehler, hätten angesichts der Globalisierung einen steigenden Kreditbedarf, so dass das neue, größere Institut sie weiter bei ihrer wirtschaftlichen Entwicklung begleiten könne.
Es handle sich um eine Fusion der Stärke, betonte Lange, die man anstrebe, um die zu erwartenden Aufgaben der Zukunft gemeinsam besser zu meistern – als Stichwort wurde hier insbesondere die Digitalisierung genannt sowie durch Synergie-Effekte „deutlich verbesserte Kostenstrukturen“: „Wir erwarten, dass wir dann erstmal zehn Jahre Ruhe haben werden!“, so Lange. Schon heute arbeite man auf einigen Gebieten zusammen, so dass hier die Fusion schnell und ohne Friktionen über die Bühne gehen werde. Die praktische Umstellung von Konten, Bankleitzahl und ähnlichem – Hauptaufgabe der Rechenzentren – wird von den beiden Vorständen mit rund 500.000 Euro Kosten veranschlagt. Beide, Lange und Dehler, versichern, dass es aufgrund der Fusion keine betriebsbedingten Kündigungen geben werde, man setze bei einer Zeitachse von drei bis fünf Jahren auf Altersteilzeit und die natürliche Fluktuation.
Juristischer Sitz der neuen, größeren Volksbank werde Breisach als ältester Standort sein, das Backoffice werde in der Mitte des Wirtschaftsraumes, im Gewerbepark Breisgau, domizilieren, eventuell werde hier sogar die Bürofläche per Anbau erweitert, Müllheim und Bad Krozingen seien Hauptstellen, die weiter entwickelt würden. Insgesamt werde das neue Institut über 23 Filialen verfügen.
Beide Herren dementierten ausdrücklich Gerüchte, die von einer möglichen „Dreier-Fusion“ wissen wollen, als Kandidat für eine solche wird desöfteren die Volksbank Staufen genannt. (paw)

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