Markgräfler Bürgerblatt

Grausige Details kommen nun ans Licht

Catalin C., der mutmaßliche Mörder der Endinger Joggerin Carolin G. Foto: Salzer-Deckert

Mordfall Endingen – Carolin G.:

Freiburg. Er hat die Tat zu Prozessbeginn gestanden, will aber nicht in sexueller Absicht sondern aus Frust getötet haben und sagt, er könne sich nicht an die eigentliche Tathandlung erinnern: Seit zwei Wochen wird in Freiburg vor dem Landgericht der Mord an der 27 Jahre alten Kaiserstühlerin Crolin G. vom November 2016 verhandelt. Der rumänische LKW-Fahrer Catalin C. will seinem Geständnis zufolge spontan mit einer Schnapsflasche auf sein Opfer eingeschlagen haben, als die junge Frau ihm auf ihrer Joggingrunde in den Reben zwischen Endingen und Bahlingen begegnete.

Zeugen schildern C. als ruhigen, zuverlässigen Zeitgenossen, der sehr unter der Fuchtel seiner Ehefrau gestanden haben soll, die ihn öffentlich als „Schlappschwanz“ gedemütigt haben soll. C. hingegen sagte gegenüber einem psychiatrischen Sachverständigen aus, dass seine Ehe, aus der drei Kinder hervorgegangen sind, intakt gewesen sei. Vor Gericht zeichnet sich ein Bild eines Mannes mit zwei Gesichtern ab: Einerseits ist da der angepasste, unterwürfige Ehemann mit Alkoholproblemen, der aber im Job gut integriert und bei seinem Chef angesehen ist. Andererseits muss da ein unbändiger Frauenhass unter der Oberfläche in dem Mann schlummern, dessen alkoholkranke Mutter sich nie um ihn gekümmert haben soll, als er klein war. So hat ein Gerichtsmediziner in der vergangenen Woche grausame Details der Tat anhand der Obduktionsergebnisse des Mordopfers rekonstruiert. Demnach wurde Carolin G. durch mindestens sechs schwere Schläge auf den Kopf getötet: Tatwerkzeug war entweder ein Rohr, eine Stange oder auch eine Flasche. Sie erlitt massive Kopfverletzungen und erstickte schließlich über mehrere Minuten hinweg an dem Blut, welches sie aus diesen Verletzungen in bewusstlosem Zustand einatmete.

Außerdem fügte der Angeklagte seinem Opfer Würgeverletzungen im Halsbereich, blutende Verletzungen im Genital- und Analbereich und zahlreiche Blutergüsse am ganzen Körper zu. Laut Obduktionsergebnis war Carolin G. noch am Leben, als ihr Peiniger sie mit äußerster Brutalität mit der Hand oder der Faust vergewaltigte. Ob sie während der Tat noch einmal das Bewusstsein erlangte, ist unklar. Der Todeskampf dauerte bis zu zehn Minuten. Zumindest zu Beginn des Verbrechens könnte sich die junge Frau noch gewehrt haben, so der Gerichtsmediziner.

Catalin C. soll außerdem im Januar 2014 in Kufstein/Tirol die 20 Jahre alte Studentin Lucile K. aus Frankreich ermordet haben. Ein Video, das nun aufgetaucht ist, soll beweisen, dass er oder zumindest sein LKW zur Tatzeit ganz in der Nähe des Tatorts war. Außerdem wurden DNA-Spuren des Angeklagten an beiden Tatorten gesichert, die ihn als Täter schwer belasten. (MBB)

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