Markgräfler Bürgerblatt

Flüchtlingsdialog Müllheim – Ab jetzt startet die „Phase 2“

Konzentriertes Arbeiten, intensives Diskutieren, realistische Ansätze: bei den Handlungsgruppen des Flüchtlingsdialogs in der Roseburgschule wurde „Phase 2“ pragmatisch angegangen – so zum Beispiel von der städtischen Flüchtlingsbeauftragten Angelika Czajor, Moderator Dr. Thomas Uhlendahl und Mireille Braun. Foto: paw

Müllheim. Dass Müllheim es besser als andere Kommunen geschafft hat, mit den Herausforderungen des Flüchtlings- und Asylbewerberstromes umzugehen, ist eine Tatsache. Das lag sicher daran, dass man schon längere Zeit Erfahrungen mit gambischen Asylbewerbern gesammelt hat, dass Stadt und Helfer sich mithilfe einer Vereinsgründung rechtzeitig verzahnten und so von Beginn an tatkräftig Hilfe leisten konnten und nicht zuletzt hat sicher auch die starke Bürgergesellschaft des Ortes eine Rolle gespielt.
Nun aber, so Bürgermeisterin Astrid Siemes-Knoblich, stehe man vor „Phase 2“: jetzt kommt es zur Aufgabe der Integration, ein Vorgang, der neue Strukturen, neue Ideen und auch Institutionen erfordert. Welche – dies wurde am vergangenen Samstag im Rahmen des Kommunalen Flüchtlingsdialogs in der Rosenburgschule untersucht, „denn wenn die Familien nach ihren positiven Asylbescheiden in die Anschlussunterbringungen einziehen, dann beginnt die „Integrationsarbeit“ erst richtig“, benennt Ute Lehman vom Helferkreis „Zuflucht“ die anstehende Problematik.

 
Die 45 Anwesenden Müllheimer bearbeiteten in sechs „Handlungsgruppen“ unterschiedliche Themengebiete wie „Unterbringung und Wohnen“ oder „Koordination, Vernetzung, Kooperation, Informationsflüsse“, die im Vorfeld von der Regiegruppe unter Moderator Dr. Thomas Uhlendahl bestimmt worden waren. Konkret, realistisch und teilweise auch pragmatisch wurden Stolpersteine, Schwierigkeiten aber auch Erfolge angesprochen. Gesundheitsversorgung, Schulanmeldung, Sprachkursanmeldungen für die Erwachsenen, Behördengänge und aufwendige administrative Aufgaben stehen jetzt verstärkt an.

 
Am Ende gingen drei Anregungen als zentrale Aktionsfelder hervor, an deren Umsetzung die Stadtverwaltung verantwortlich und aktiv mitwirken wird. Priorität hat die Gründung eines „Begegnungscafés“, in der Stadtmitte gelegen, damit Begegnung Alltag wird. Bürgermeisterin Siemes-Knoblich hat ihre Unterstützung zu Findung einer passenden Lokalität zugesagt und wird gegründeten Projektgruppe eine Ortbesichtigung durchzuführen. Koordination, Kooperation und Informationsfluss zu Aktivitäten und Akteuren wurde der Integrationsbeauftragten der Stadt, Angelika Czajor, zugewiesen. Initiativen und Kompetenzbereiche bereits aktiver Gruppen werden hierzu nochmals benannt. Die Neugründung „Runder Tische“ als Spezialisten für wichtige Integrationsbereiche werden von Frau Czajor initiiert und koordiniert.

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