Markgräfler Bürgerblatt

Einzelhandelsverband

Die Auguren des südbadischen Einzelhandels: (v.l.) Utz Geiselhart, stellvertretender Hauptgeschäftsführer, Philipp Frese, Präsident, Olaf Kather, Hauptgeschäftsführer. Foto: spk

2014 – Stabil mit positiver Tendenz

Freiburg. Zweimal im Jahr zieht der südbadische Einzelhandel Bilanz. In der jüngsten Veranstaltung dieser Art konnte Handelsverbandspräsident Philipp Frese feststellen, dass das nominale Wirtschaftswachstum in Deutschland 1,6 Prozent betrug, in Baden-Württemberg 1,5 Prozent, gefolgt von Südbaden mit 1,1 Prozent.
Die Verbraucher wandten sich vor allem den Baumärkten zu, die ein Plus von 8,8 Prozent verzeichnen konnten. Auch die Branche Elektrogeräte – Weiße Ware, Elektrogroß- und -kleingeräte wuchs mit zwei Prozent, 1,4 Prozent Plus erreichten Haushaltswaren; Spielwaren erzielten einen Zuwachs von 1,5 Prozent, der Bereich Sport legte um 2,6 Prozent zu, hier insbesondere das Segment Fahrräder und Elektrobikes. Die Minus-Sparten waren der Parfümeriemarkt mit minus 1,5 Prozent, mit 2,5 Prozent der bisher recht stabile bei Uhren- und Schmuckmarkt sowie Multimedia mit Minus 2,2 Prozent.
Erstaunlich vielleicht der zweitgrößte „Zuleger“: 4,7 Prozent im Lebensmittelhandel – zu begründen durch die Haltung „ich gönn mir was“, das Streben nach Qualität und entsprechend wertvolle Lebensmittel. Dies schlägt sich besonders im ungebrochenen Wachstumsdrang des Biomarktes und der Absatzzahlen regionaler Produkte nieder.
Immer deutlicher wird die Konkurrenz durch Online-Anbieter. Kein Einzelhändler, so Hauptgeschäftsführer Olaf Kather, könne heute nicht im Internet präsent sein: „Fast 60 Prozent der südbadischen Händler haben einen eigenen Internet-Auftritt!“ Der Online-Handel nahm auch 2014 wieder deutlich zu, die Umsätze erreichten mit einem Plus von 17 Prozent 39 Mrd. Euro, was einen Marktanteil von rund zehn Prozent bedeutet. Stärkster Online-Anteil findet sich im Non-Food-Bereich mit 18 Prozent Marktanteil!
Die Umsatzentwicklung lag erneut im Bodensee-Gebiet mit 1,5 Prozent über dem Durchschnitt; positiv auch die Entwicklung in der Ortenau mit Plus 2,2 Prozent, dicht gefolgt Südlichen Oberrhein, also Freiburg, Emmendingen, Markgräflerland mit einem Plus von 2,1 Prozent. Positiv erfreulicherweise wieder der Schwarzwald mit Plus 1,9 Prozent sowie der mit einem schwachen Zuwachs von 0,3 Prozent. Die Umsätze fielen hingehen einmal im Nordgebiet (Minus 0,9 Prozent), da wegen der Ukraine-Verwerfungen weniger Kunden aus Russland nach Baden-Baden kommen. Schlusslicht ist auch 2014 wieder mit einem Minus von 1,3 Prozent Freiburg.
Die erfreuliche Entwicklung 2014 führt zu einer positiven Sicht der Dinge. Fast 80 Prozent der südbadischen Einzelhändler beurteilen die Umsatzentwicklung 2014 gleich bzw. besser als 2013, 75 Prozent konnten die Gewinne stabilisieren oder erhöhen. Zwei Drittel investierten 2014 gleich viel, ein Drittel sogar mehr als im Vorjahr. Für 2015 erwartet der Handel überwiegend (81 Prozent) einen besseren oder wenigstens gleichen Konsumverlauf, der dann – so sehen es 90 Prozent – zu einem (wesentlich) besseren oder gleichen Umsatz führen werde.

Teilen Sie jetzt diesen Beitrag! Unsere Sharing-Buttons stehen im Einklang mit dem deutschen Datenschutzrecht.

Das könnte Dich auch interessieren...