Markgräfler Bürgerblatt

Drei Fragen an… Thomas Schmidt

Geschäftsführer der Sparkassen-Immobilien-Gesellschaft

Thomas Schmidt ist Geschäftsführer der Sparkassen-Immobilien-Gesellschaft in Freiburg, dem marktführenden Immobilienvermittler in Südbaden. Schmidt, der diese GmbH schon seit mehr als 20 Jahren leitet, gilt als profunder Kenner des Immobilienmarktes in der Region.

 

Man hört immer wieder den Rat, angesichts der niedrigen Zinsen von der Miete zum Eigentum zu wechseln. Ist dieser Rat vernünftig? Wo liegen Fallstricke?

Die Bauzinsen sind derzeit so günstig wie noch nie. Deshalb liegt der Aufwand für eine Finanzierung oft niedriger als eine vergleichbare Miete. Allerdings wird diese Annahme schnell zur Milchmädchenrechnung, wenn man das von den Banken geforderte Eigenkapital – in der Regel 20 bis 30 Prozent des Kaufpreises – nicht aufbringt. Auch die Erwerbskosten sind sehr hoch. Deshalb gilt es in jedem Fall die Finanzierung vorher zu klären, bevor man irgendwelche Zusagen zum Erwerb einer Immobilie erteilt.

 

Immobilienpreise haben in der Vergangenheit stagniert, sind aber eigentlich seit dem 2. Weltkrieg nie gesunken: ist das auch diesmal wieder so oder stehen wir vor einer Blase, die mal platzt? Wird man beim Kauf einer heute teuren Immobilie Geld verlieren?

 

Inflationsbereinigt haben in Deutschland die Kaufpreise für Immobilien fast 30 Jahre lang stagniert. Erst seit 2010 ziehen die Preise auch real deutlich an. So kostet heute eine vergleichbare Neubauwohnung in Freiburg fast 50 Prozent mehr als noch vor sieben Jahren. Dennoch besteht keine ernsthafte Gefahr einer Immobilienblase. Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, dass bei spürbar steigenden Zinsen jemand das Geld nicht mehr wiederbekommt, das er bezahlt hat, wenn er kurzfristig verkauft. Dieses Szenario zeichnet sich jedoch nicht ab. Gerade in unserer Region wird das Angebot von Immobilien auf die nächsten Jahre knapp und die Preise somit mindestens stabil bleiben.

 

Wohin geht die Reise? Es werden, wo immer möglich, Neubaugebiete ausgewiesen, dennoch ist der Markt nicht gesättigt. Ist der Traum vom eigenen Häuschen mit Garten insbesondere für junge Familien, wirklich nur ein Traum? Haben die Preise den Trend „back to town“ gestoppt?

 

Unsere Region wird für lange Zeit eine wachsende Region bleiben und damit der Bedarf an zusätzlichen Wohnraum Bestand haben. Allerdings stellen wir fest, dass gerade in Freiburg die Preise von Vielen nicht mehr bezahlt werden können. Gerade junge Familien weichen deshalb vermehrt ins Umland aus. Die Älteren dagegen können mit dem Verkaufserlös ihres Hauses aus dem Speckgürtel keine adäquate Wohnung in Freiburg bezahlen. Deshalb ist der beschriebene Trend schon rückläufig und man bleibt, wo man ist.

 

Teilen Sie jetzt diesen Beitrag! Unsere Sharing-Buttons stehen im Einklang mit dem deutschen Datenschutzrecht.

Das könnte Dich auch interessieren...