Markgräfler Bürgerblatt

Drei Fragen an… Nikolaus von Myra

Nikolaus, Bischof von Myra, ist einer der bekanntesten Heiligen der Ostkirchen und der lateinischen Kirche. Sein Gedenktag, der 6. Dezember, wird im gesamten Christentum mit zahlreichen Volksbräuchen begangen.

Exzellenz, gestern war Ihr Gedenktag – wie fühlen Sie sich heute: war es anstrengend?
Nun ja, es macht immer Freude, Kinder und glaubende erwachsene zu beschenken, auch wenn ich gestehen muss, dass ich viele der Geschenke nicht mehr verstehen kann. Da merkt man dann schon das Alter, bin ja nun rund 1.750 Jahre alt. Nebenbei: von wegen Rente mit 67!

Sie waren Bischof von Myra – wo liegt das denn? und wie wird man als hoher Kirchenmann zum Geschenkebringer?
Myra liegt in Kleinasien, gehörte zu meiner Zeit zum lykischen Staatenbund, der Teil des Römischen Weltreichs war, aber eine gewisse Autonomie besaß und auch über eine eigene Kultur, Sprache und Schrift verfügte. Myra ist längst untergegangen, heute heißt es Demre und liegt im Süden der Türkei, nahe der Touristenhochburg Antalya. Geschenkebringer – nun, ich war nicht unvermögend und habe dieses Vermögen genutzt, Menschen, die in Schwierigkeiten waren, zu helfen. Das hat mich dann im Laufe der Jahrhunderte zum Geschenkebringer gemacht. Ursprünglich war mein Todestag, der 6. Dezember, der Tag der Weihnachtsbescherung, bis ins 16. Jahrhundert. Erst nach der Reformation, als die Heiligenverehrung in protestantischen Gegenden unpopulär war, wurde die Bescherung in vielen Ländern auf den Weihnachtstag verlegt – also auch daran ist Luther schuld. Na, mir hat es die Arbeit etwas erleichtert, denn das Christkind wurde nun in evangelischen Familien zum Gabenbringer – anstelle des Heiligen Nikolaus. Die Bescherung durch das Christkind ist heute auch in katholischen Gebieten üblich.

Aber Sie haben doch Helfer und Kollegen?
Sie meinen Knecht Ruprecht, Sinterklaas, Krampus und so weiter? Und den Weihnachtsmann bzw. Santa Claus? Naja, das sind Teilzeitkräfte, die mir vor Ort zur Seite stehen. Und die anderen Herren sind ja nichts anderes als Abziehbilder, Kopien. Es kursiert das Gerücht, dass Santa Claus von einem Brausekonzern erfunden wurde – das ist aber nicht richtig: Schon im 19. Jahrhundert gab es in den USA Darstellungen des Weihnachtsmanns als dicken, freundlichen Mann im rotem Mantel. Allerdings: Erst die Werbekampagne dieses Brauseproduzentenmachte den Weihnachtsmann so richtig bekannt. „Santa Claus“ wie wir ihn heute kennen, wurde 1931 von dem aus Schweden stammenden Grafiker und Cartoonisten Haddon Sundblom entwickelt, der einen Weihnachtsmann für die bevorstehende Werbekampagne zeichnen sollte und seinen etwas rundlichen Freund Lou Prentiss als Vorbild nahm..

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