Markgräfler Bürgerblatt

Drei Fragen an…

Felix Birkenmeier, Geschäftsführer von Birkenmeier Stein + Design

Felix Birkenmeier ist Geschäftsführer von Birkenmeier Stein + Design in Breisach-Niederrimsingen. Birkenmeier Stein + Design stellt Betonprodukte zur Gestaltung des öffentlichen Raums und für private Gärten her. Felix Birkenmeier ist Mitherausgeber des FreiraumDesignMagazins, das die Themen Stadtplanung, Architektur und Öffentlicher Raum diskutiert.

Innenstadtneugestaltung steht im Augenblick bei vielen Kommunen auf der Tagesordnung: was sind aus Ihrer Sicht/Erfahrung die Gründe?

Städte verändern sich und wachsen. Damit ändern sich die gesellschaftlichen Anforderungen an öffentlichen Raum in der Stadt. Die Gestaltung des öffentlichen Raums entscheidet heute mehr denn je über die Attraktivität von Städten und Gemeinden. Und stiftet darüber hinaus Identifikation mit der eigenen Stadt. War bis in die 70iger Jahre noch die autofreundli

che Stadt im Fokus der Planer, geht es heute darum lebenswerten, öffentlichen Freiraum zu schaffen.

Ihr Unternehmen beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Gestaltung freier Räume in Städten: was gilt es da zu beachten? Was sind unverzichtbare Bestandteile bei der Gestaltung solcher Flächen? Sind Fehler wie bei der Neugestaltung des „Platzes der alten Synagoge“ in FR (weißer Granit verdreckt schnell) im Vorfeld absehbar?

Unverzichtbar ist natürlich eine gute, ganzheitliche Planung, die sowohl die Bedürfnisse der Bürgerschaft als auch die der Kommune berücksichtigt. Dabei ist es heute besonders wichtig, flexible Nutzungen zu ermöglichen. Am Ende ist ein Platz dann ein guter Platz, wenn ihn die Bevölkerung annimmt und tatsächlich öffentliches Leben stattfindet, wenn er eine hohe Aufenthaltsqualität hat. Ich habe den Eindruck, dass ist beim Platz der Alten Synagoge gelungen.

Ob es Fehler bei der Neugestaltung des Platzes der alten Synagoge hinsichtlich der Belagwahl gab, kann ich nicht beurteilen. Die Materialien bestimmen den Charakter des Platzes, sollten natürlich qualitativ hochwertig sein. Alle Bodenbeläge altern auf ihre Art und Weise und Verschmutzungen können mehr oder weniger sichtbar sein. Durch bestimmte Verfahren kann man die Reinigungsfreundlichkeit von alle Belägen beeinflussen. Bei Betonprodukten kann man Farbgebung und Reinigungseigenschaften bereits während des Produktionsprozesses steuern und die Qualität wird besser kontrollierbar.

Gibt es bei der Neugestaltung auch „Moden“? Was ist nach Ihrer Erfahrung oft dem Zeitgeist geschuldet? Ist dies in Ordnung oder führt das zu einer raschen Ablehnung des neuen Areals, ist also „klassische Gestaltung, die keiner Mode unterworfen ist“, langfristig die sinnvollere und damit auch preisgünstiger Alternative?

Jede Zeit, jede Epoche findet ihren Ausdruck auch in der Architektonik des öffentlichen Raums, das war schon immer so und wird auch immer so bleiben. Natürlich gibt es Trends, zum Beispiel was die Farbgestaltung angeht. Trends sind vor allem aber in den veränderten Bedürfnissen der Menschen an den öffentlichen Raum begründet. Heute hält man sich mehr dort auf, die Menschen sollen den öffentlichen Raum mehr in Besitz nehmen. Konkret kann man das gut bei der Veränderung der Sitzmöblierung sehen. Aus der klassischen Sitzbank sind heute multifunktionale Relaxmöbel geworden. Oder anders: Das Verhältnis zwischen Privatem und Öffentlichem verändert sich.

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