Markgräfler Bürgerblatt

Die spannendsten, interessantesten, berührendsten, witzigsten Bücher zum Fest

Wer Glück hat, der hat zwischen Weihnachten und Neujahr – zwischen den Jahren – frei. Wer noch größeres Glück hat, der kann bis zum 6. Januar, bis Heilig-Drei-König daheim bleiben. Diese Tage, die so ein bisschen in der Luft hängen, eigenen sich ausgezeichnet, sich auf sich selbst zu besinnen – man setzt sich unter den Baum oder vor den Kamin, man schlürft heißen Tee, weil man gerade einen Spaziergang durch die kalte Winterluft gemacht hat, oder ergötzt sich an einem schönen Rotwein. Und liest. Zum Beispiel etwas Spannendes – und das muss nicht unbedingt ein Krimi sein, wie Hans-Albert Stechl, gelernter Rechtsanwalt, Feinschmecker und Hobbykoch aus tiefster Überzeugung, beweist: er legt mit „So schmeckt’s in Baden“ ein opulentes Buch vor, das belegt, dass man hier, bei uns am Oberrhein, einfach zu leben – und zu essen – versteht. Dieses Kochbuch präsentiert die beliebtesten badischen Gerichte und zeigt die kulinarischen Höhepunkte des Landstrichs. Neben Suppen, Salaten und Vorspeisen, Geflügel-, Fleisch- und Fischgerichten finden sich auch vegetarische Spezialitäten sowie beliebte Süßspeisen und Desserts – also alles, was man braucht um vor, an und nach Weihnachten sich mal kulinarisch etwas mehr zu gönnen. Und wenn dann noch die leicht ironische Sprache Stechls hinzukommt, dann ist das Buch auch ohne praktische Anwendung ein (Lese-)Genuss!

Hans-Albert Stechl: „So schmeckt’s in Baden“; Silberburg Verlag, Tübingen 2017; 120 Seiten; ISBN: 978-3842520448, 19,90 Euro


Brigitte Glasers Badischer Krimi „Saus und Braus“ verbindet Kochen mit Kriminalistik: Ihre Spitzenköchin Katharina ermittelt wieder, was sicher besser ist als im Murgtal zu fasten – ihre ursprüngliche Intention. Statt zwölf Tage Entspannung bei Sauerkrautsaft und Fencheltee gibt es drei Leichen, garniert mit militanten Veganern und undurchschaubaren Schweizern. Brigitte Glasers Heldin arbeitet sich durch einen klassischen „Whodunit“-Krimi, dessen muntere, witzige Sprache samt tagesaktueller Hinweise auf beispielsweise russische Investoren im Schwarzwald den Leser fesselt: Macht einfach Spaß!

 

Brigitte Glaser: „Saus und Braus“; Emons Verlag, Köln 2017; 304 Seiten; ISBN 978-3-7408-0052-9; 11,90 Euro.


„Ein perfekter Abgang“, so heisst das Buch der in Badenweiler lebenden Autorin Ruth Gleissner-Bartholdi. Was ein „perfekter Abgang“ ist, weiß jeder Weingenießer. Der doppelte Boden dieses Ausdrucks erschließt sich höchst vergnüglich in den weinseligen Geschichten, mit denen sich fünf „Senioren“ den Sonntagabend vertreiben. Vier Damen und ein Herr erfreuen sich an Mordsideen, wie man einem lästig gewordenen Mitmenschen den Weg ins Jenseits ebnen kann. Natürlich hat dieser Weg seine Tücken und ist, wie es heute so nett heißt, nicht unbedingt „zielführend“…Ruth Gleissner-Bartholdi, gelernte Journalistin, sagt: „Ich schreibe für gestresste Menschen, die sich zur Entspannung eine leichte, aber nicht seichte Lektüre wünschen.“ Das funktioniert hier, bei „Ein perfekter Abgang“, bestens.

Ruth Gleissner-Bartholdi: „Ein perfekter Abgang“; Der Kleine Buch Verlag, Karlsruhe 2014; 220 Seiten; ISBN: 978-3765088032; 12,95 Euro


Ebenfalls im Badischen, wenn auch im nördlichen Zipfel, kurz vor Hessen, spielt Wolfgang Burgers „Die linke Hand des Bösen“: Als Kommissar Arne Heldt in einem Heidelberger Vorort auf grausamste, ja sadistische Weise ermordet aufgefunden wird, ist Kripochef Alexander Gerlach fassungslos. Er stößt bald auf einen alten Fall von Vergewaltigung und Mord, den Heldt neu aufrollen wollte. Die Spuren führen zu menschenverachtenden Geschäften, in die besten Kreise Baden-Württembergs und bis nach Griechenland und Aserbaidschan. Burger, in Säckingen aufgewachsen, in Karlsruhe zuhause, hat einen echten „Pagheturner“ geschrieben: man kann nicht mehr aufhören – und bemerkt nach Erde der Lektüre, dass Thriller überzeugend auch in Deutschland spielen können.

Wolfgang Burger: „Die linke Hand des Bösen“; Piper Verlag, München 2017; 432 Seiten; ISBN: 978-3492060318; 15 Euro


Zweifellos in die Zeit passen Weihnachtsbücher und wer jetzt sagt, er kenne keine guten, der sollte sich unsere Vorschläge ansehen – ehrlich: so wunderschöne Bücher hat es zum alten Thema „Weihnachten“ lange nicht gegeben.

Folgende stehen bei mir ganz oben auf der Liste: „Wunderweisse Tage“ von Jeanette Winterson ist das entzückendste, berührendste, menschlichste Buch, dass ich je zum Thema „Weihnachten“ gelesen habe. Jeanette Wintersons Winter- und Weihnachtsgeschichten laden dazu ein, am Kamin gelesen zu werden, zusammen oder allein. Sie wollen mit Freunden geteilt oder, hübsch verpackt, an einen geliebten Menschen verschenkt werden. Zu jeder der zwölf Geschichten hat die Autorin ein Rezept ausgewählt, mit dem sie Anekdoten und lieb gewonnene kulinarische Traditionen an ihre Leser weitergibt. Ein Buch, das man immer wieder liest – vielleicht an Weihnachten 2018?

Jeannette Winterson: „Wunderweisse Tage“; Verlag Wunderraum, München 2017; 352 Seiten; ISBN-13: 978-3336547852; 24 Euro


Die Weihnachtszeit ist nicht nur in Baden eine magische Zeit. Man erinnert sich an familiäre Erlebnisse, Begebenheiten, Bräuche. »Das große Weihnachtsbuch Baden« macht Vorfreude auf diese Zeit. Eva Klingler erzählt in ihrem liebevoll gestalteten Buch von althergebrachten Weihnachtsbräuchen und modernen Formen. Sie stellt Weihnachtsmärkte vor und hat Geschichten, Lieder und Gedichte gesammelt, von denen man sich verzaubern lassen kann. Bastelanleitungen und traditionelle Rezepte bieten schöne Anregungen für die Gestaltung des Festes. »Das große Weihnachtsbuch Baden« ist ein prall gefülltes Buch für die ganze Familie zum Eintauchen in die badische Weihnachtszeit, zum Weitergeben an die nächste Generation. Ein wahrhaftig bezauberndes Buch!

Eva Klingler: „Das große Weihnachtsbuch Baden“; Emons Verlag, Köln 2016; 192 Seiten; ISBN 978-3-95451-696-4; 24,95 Euro


Weihnachten, die Zeit der Gefühle. Heidi Knoblich hat die rührende Geschichte von Xaver aus dem Schwarzwald aufgeschrieben, der will Uhrenhändler in London werden. Sein Onkel nimmt ihn mit und wenn „Xaver im Uhrenland“ bis Weihnachten beweist, dass er ein echter Uhrenhändler sein kann, dann darf er dort bleiben. Sonst: zurück in den Schwarzwald!

Eine warmherzige Geschichte mit vielen schönen Bildern über Heimweh und Freundschaft im weihnachtlichen London aus der Zeit von Queen Victoria.

Heidi Knoblich: „Xaver im Uhrenland“; Silberburg Verlag, Tübingen 2017; 48 Seiten; ISBN: 978-3842520639; 14,90 Euro


Xaver hätte wahrscheinlich viel Freude am Buch „Freiburg wimmelt“. Unzählige Details hat Steph Burlefinger in ihr Wimmel-Bilderbuch eingearbeitet. Kindern wie Erwachsenen macht es einen Riesenspaß, alles zu entdecken und dabei Freiburg auf neue Weise kennenzulernen Und in Freiburg ist viel los: Landfrauen „on tour“, Fußballfans, Sepp, der Wasserspeier, das Bobbele mit seiner rot-weiß gestreiften Zipfelmütze, eine Gruppe Akrobaten…

 

 

Steph Burlefinger: „Freiburg wimmelt“; Silberburg Verlag, Tübingen 2017; 16 Seiten; ISBN: 978-3842520431; 14,90 Euro


Während man Freiburg mithilfe des Wimmelbuches neu entdecken kann, kann man unsere schöne Oberrheinregion am besten per pedes erkunden: Wein und Wandern ist eine ideale Kombination für Genießer und Naturfreunde. Die drei Fernwanderwege des Schwarzwaldvereins – das Markgräfler Wiiwegli, der Breisgauer Weinweg und der Ortenauer Weinpfad – laden in Peter Gürths Kompendium „Weinwege am Oberrhein“ dazu ein. Streckenkarte und Wegbeschreibung und Wissenswertes über die drei durchwanderten Weinbauregionen, über die typischen Rebsorten, Hinweise zur Geschichte sowie Kultur und lustige Anekdoten machen das Buch zu mehr als nur zu einem Wanderführer.

 

Peter Gürth: „Weinwege am Oberrhein“; Rombach Verlag, Freiburg 2016; 192 Seiten; ISBN: 978-3793051336; 15,90 Euro


„Lebensgeschichte und Liebesbeziehungen einer außergewöhnlichen Frau“ ist der Titel des neuen Buchs von Alexandra Gütermann. Sie beschreibt darin die erste und zweite Ehe ihrer Tante Anita von Karajan, geb. Gütermann. Insbesondere die 18 Jahre mit Herbert von Karajan, den Anita im März 1940 in Berlin bei einem Abendessen kennenlernte, stehen im Mittelpunkt dieser spannenden Biographie. Herbert und Anita passten zueinander und ergänzten sich. Beide waren weltgewandt, exzentrisch, genial. Anita war eine talentierte, intelligente und hübsche Frau einerseits, doch sie war auch arrogant und unangepasst – eine Frau mit viel Licht und viel Schatten. Was das Buch so faszinierend macht: es stützt sich neben Anitas Erinnerungen vor allem auf Briefe, dem spannenden Briefwechsel zwischen ihrem Vater Paul Gütermann und ihr sowie auf Briefe von Herbert von Karajan an Paul Gütermann. Auch wenn die Titelheldin beim Leser nicht selten den Blutdruck steigen lässt – Anita verkennt gern die Realität und ist, höflich ausgedrückt, sehr ichbezogen – so eröffnet Alexandra Gütermanns Buch doch auch einen Blick in das Leben vor, im und nach dem Nationalsozialismus in Bereichen, die die Geschichtsschreibung gerne nur streift: Interessant, lesenswert.

Alexandra Gütermann: „Anita von Karajan“; im Selbstverlag 2017; 262 Seiten; ISBN: 978-3-00-057669-0; 24,90 Euro – Zu bestellen bei: aguetermann@aol.com


Vermutlich hat Anita von Karajan eine Menge Handtaschen besessen, sicher eine Clutch, auch eine Lady-Dior. Oder eine Birkin-Bag. Aber einen „Stullenkoffer“? Kaum. Manuela Reichart hat versucht, dem Phänomen Handtasche nachzugehen – „Taschenliebe“ nennt sie ihre Geschichtensammlung zum Thema und auch männliche Zeitgenossen, die nicht kapieren, warum eine Handtasche so wichtig ist und welch ungeahnten Dinge in ihr schlummern, sollten das Buch lesen: ein kleinwenig besser verstehen sie dann das Verhältnis Frau/Tasche. Und wer gerne psychologische Studien treibt, der kann dann versuchen, die gewonnen Erkenntnisse auf die Damenwelt um sich herum anzuwenden. Aber Vorsicht – Handtaschen sind, zumindest für Männer, nicht ungefährliche Gebilde!

Manuela Reichart: „Taschenliebe – Ein literarisches Lesebuch“; btb Verlag, München 2017; 224 Seiten; ISBN: 978-3442757046; 18 Euro


Tja, und während wir lesen und die Festtage genießen, geht das Jahr zu Ende, 2018 steht vor der Tür und beschert uns zwölf Monate, von denen wir nicht wissen, was sie uns bringen werden. Gerhard Maria Kirk und seine Leser haben es da etwas besser: „Ein (un)heimlicher Schatz“ heißt sein Buch, dass Monat für Monat auflistet, welche christlichen Feste es im Jahreskreis so gibt und welches Verhältnis das Volk, die Gläubigen, zu diesen Tagen entwickelt haben. Selbst eingefleischte Atheisten werden an dieser Lektüre Spaß finden, denn es ist doch interessant zu wissen, welche Bedeutung Feste wie Ostern oder Weihnachten hatten, bevor sie von Schoko-Osterhasen und rotbäckigen Limonaden-Weihnachtsmännern gekapert wurden. Auch die regionalen Ausprägungen christlicher Feste sind spannend und Kirk widmet sich gerade jenen in Freiburg und Südbaden. Tradition mit Barbarazweigen und Blumenteppichen, mit Maidlipalmen und Martini-Märkten, mit Feuer und Wasser gehören hier auch heute noch zum Alltag.

Gerhard M. Kirk: „Ein unheimlicher Schatz“; Rombach Verlag, Freiburg 2017; 144 Seiten; ISBN: 978-3793051640; 14,90 Euro


Verlosung

Und damit wir Ihnen nicht nur Lust auf Bücher gemacht haben, gibt es – es ist schließlich Weihnachten! – die Möglichkeit , eines dieser Bücher zu gewinnen.

Das Markgräfler Bürgerblatt verlost zusammen mit dem Piper Verlag, dem Rombach Verlag, dem Silberburg Verlag, dem btb Verlag, Verlag Wunderraum und dem Emons Verlag eine Anzahl der oben besprochenen Bücher.,

Einsendeschluss ist Dienstag, 19. Dezember 2017

Postkarte schreiben – den Einsendeschluss (Poststempel) beachten – und an Müllheimer Verlags GmbH – Markgräfler Bürgerblatt – Werderstraße 43, 79379 Müllheim senden. Auch möglich per Fax 07631 5027 oder E-Mail: stich@markgraefler-buergerblatt.de (bitte mit Angabe der vollständigen Adresse). Teilnahme nur einmal/Person. Die Gewinner werden benachrichtigt, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 

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