Markgräfler Bürgerblatt

Cut für eine Erfolgsgeschichte

Muss vielleicht anfangen, umzuplanen: Markus Riesterer, Geschäftsführer der Gewerbepark Breisgau GmbH. (Foto: paw)

Gewerbepark Breisgau:

Hartheim. Bisher konnte man den Gewerbepark Breisgau als Erfolgsgeschichte ansehen – nicht nur, weil es gelang, aus einem Militärgelände ein ökonomisch und ökologisch funktionierendes Gewerbegebiet zu machen, sondern weil es den jeweiligen Geschäftsführern gelang, die insgesamt 13 am Park beteiligten Kommunen unter einen Hut zu bringen. Dies scheint nun vorbei.
Markus Riesterer, umtriebiger und erfolgreicher Manager des Parks, ist konsterniert: gleich zweimal grätschte der Hartheimer Gemeinderat mit einem „Nein!“ in die Vorhaben des Parks. Einmal, als es um die Entsiegelung eines Teils der rund drei km langen Rollbahn ging, die als Ausgleichsfläche für das geplante neue Freiburger Fußballstadion dienen sollte, zum Zweiten, als es um die seit 2006 angedachte und seit dem in den verschiedensten Gremien des Parks besprochene und verabschiedete Erweiterung des Geländes um rund 14 ha ging. „Es gab x Beschlüsse, alle unter Einbeziehung und Zustimmung Hartheims. Und nun, kurz vor Toresschluss, das Nein!“
Joachim Schuster, altgedienter Kommunalpolitiker und Vorsitzender des Zweckverbands des Gewerbeparks Breisgau mahnt Ruhe an und ist überzeugt, dass sich alle Beteiligte an die bewährten Spielregeln halten werden. Während aus Hartheim keine Stellungnahme zu erhalten war – Bürgermeisterin Kathrin Schönberger ist pikanterweise auch stellvertretende Verbandsvorsitzende, – wird Bad Krozingens Bürgermeister Volker Kieber deutlich: „Zunächst einmal ist die Teilentsiegelung der Landebahn als ökologische Ausgleichsmaßnahme für bauliche Maßnahmen der Stadt Freiburg völlig getrennt von der Beschlussfassung zur Feststellung für die 2. Änderung der integrierten Flächennutzungs- und Landschaftsplanung für den Gewerbepark zu betrachten. Die Entscheidung, Freiburg die Möglichkeit zu eröffnen, auf eigene Kosten Teilflächen der Landebahn zu entsiegeln ist einzig und allein Sache der Verbandsversammlung des Gewerbeparks und nicht der Gemeinderäte der jeweiligen Verbandsgemeinden.“ Kieber spricht aus, was alle Involvierten ebenfalls sagen: Hartheims Gemeinderat hat hier also keine Kompetenz. Anders bei der Erweiterung. Kieber: „Eine Erweiterung des Gewerbeparks, insbesondere auf Gemarkung Hartheim, ist nach dem Beschluss des Hartheimer Gemeinderates nicht mehr möglich, da der gemeinsame Ausschuss paritätisch besetzt ist.“ Und fügt an: „Das Verhalten Hartheims ist nicht gerade solidarisch!“
Das sieht auch Markus Riesterer so und weist daraufhin, dass damit nicht nur die Arbeit von Jahren über den Haufen geworfen worden sei, sondern auch Gelder im sechsstelligen Bereich für Gutachten, Untersuchungen, Planungen verschwendet. Ursache des unverständlichen Verhaltens sei – sagen Insider– ein seit langem schwelender Streit zwischen Hartheims Bürgermeisterin Kathrin Schönberger und dem Rat ihrer Gemeinde.
Kieber, Schuster und Riesterer wollen das Gespräch suchen, da sonst die Erweiterung gestoppt wäre. Das einfachste wäre, Hartheims Räte nähme ihre Entscheidung zurück – am 28. März, bei der nächsten Gemeinderatssitzung, ist dazu Gelegenheit.

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